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Ausgang

29Sep09

Wobei es sich hier auf de Uusgang und nicht auf the exit bezieht.

(Hab gerade ein Dokument namens „Blogbares“ in den Unweiten eines meiner Ordner gefunden, mit diesem immer noch sehr stimmigen Text – und ich werd das Gefühl nicht los, diesen Text schon mal geblogt zu haben. Was nicht sein kann, denn dann hätte ich den Text wiedergefunden auf dem Blog. Ahaaa.)

Zum Glück muss ich für die nächsten soirées nicht allzu weit – meine lieben Erasmusnachbarn haben mich eingeladen (Mexico-Abend!). Eine Haustüre weiter sollte ich es schon noch schaffen.
Aber manchmal frage ich mich ernsthaft, wie ich es von meinen nächtlichen Ausflügen in mein Bett geschafft habe. Nicht etwa weil meine Sinne zu benebelt wären… – oder eben doch deswegen.
Und zwar mein Orientierungssinn.
Ich geh immer mit meinem Fahrrad aus. (Klingt zwar komisch. Aber ich meine es ja auch nicht so wie man es missverstehen kann.) Bis jetzt habe ich noch immer nach Hause gefunden. Aber ich übersehe Strassen oder unterschätze Strecken. Ich fahre fünfmal am selben Haus vorbei, ohne es zu bemerken, oder meine, mich vollends verirrt zu haben, obwohl ich eigentlich total auf dem richtigen Weg bin. Und dann verirre ich mich erst recht, weil ich kehrt mache um einen anderen, „richtigen“ Weg zu finden. Auf beleuchteten Strassen ist das ja kein Problem. Klar, verirren kann ich mich trotzdem (das kann ich nämlich überall). Interessant, wie Strecken und Umgebungen beim Einfallen der Nacht plötzlich ganz anders aussehen. Am lustigsten sind unbeleuchtete Waldpfade. Am liebsten solche, die endlos scheinen. War der bei der Hinfahrt wirklich so lange? Habe ich nicht etwa vergessen abzubiegen? Das waren doch vor ein paar Stunden noch andere Bäume.. Und hopp, umkehren, zurück fahren, merken, dass es ja gar keine andere Alternative gibt und wieder auf dem selben Weg landen.
Logisch, dass ich mich dann verirre, wenn nichts mehr zu sehen ist.

Dieser Text endet hier. Und zur visuellen Auflockerung präsentiere ich hiermit ein aktuelles Bild der schon vorgestellten Kaktusse Yes We Can, C’est La Vie oder Ci Né Ma. Je nachdem. Jedenfalls ist der dritte, wie auch immer er genannt werden soll, zum Mutant.. äh.. mutiert. Eine Kaktuskrake. Übrigens wurde dieses Bild unter schmerzlichsten Umständen geschossen, am Boden kauernd mit einer Webcam eines Monitors ohne Bild. Drum sieht die Hand meines persönlichen Butlers so verkrüppelt aus, so please don’t pay attention to it, dankeschön.

gruen2


Geständnis

16Sep09

Bin umgezogen und hocke nun in meinen frischen eigenen vier Wänden. (Frische Wände. Aha.) Dekomässig siehts noch etwas karg aus, aber wenigstens stinkt (noch) kein Abfall und das Bad ist auch nicht behaart. (Ich erspar mir hier ein „noch“…) Meine Kaktusse haben sich auch schon eingelebt und neben mir wohnt mindestens ein Deutscher. Und über mir wohnt jemand, der gerne duscht. Ist doch super.

Was weniger super ist, sind Stundenpläne. Und Module. Und wie man diese kombiniert. Also wie man Module in die Stundenpläne reinpresst. Manchmal möchte ich so ein Zeitdrehdings wie Hermine es von Dumbledore gekriegt hatte. Ich wär dann zwar totmüde, weil ich dreimal soviele Kurse besuchen würde, wie es mir erlaubt ist – aber andrerseits könnte ich ja dann morgens auch die Zeit zurückdrehen und nochmal ne Runde schlafen.

Achtung: Ich twittere.
Jetzt ists raus. Jaja, ich weiss. Twitter ist scheisse und so. Aber dennoch. Let’s give it a try.
Übrigens tumblere ich auch. Tumblern. Ich tumblere, du tumblerst. Blödes Verb. Jedenfalls tu ich das jetzt. Zwar nicht wirklich oft und eigentlich mehr, um zu schauen was andere tumblern. Jedenfalls: hier.
Das mit den Verbdeklinationen muss mir dann mal jemand richtig erklären. Er tumblert. Wir werden tumblern. Und ich twittere, dumdidum.


Rock en Seine

03Sep09

Ich bin definitiv verzaubert. Patrick Wolf. Aber beginnen wir von Vorne.
Gekommen war ich vor allem für drei Bands / Künstler: MGMT, Klaxons und eben „Patou“, wie gewisse Pariser Mädels schrien. Bis aber die drei drankamen musste ich etwas abwarten und entdeckte dafür jazzy Robin McKelle…:

…und Macy Gray live. Beide waren sehr sehens- und hörenswert, Macy Gray hat eine richtige Show abgezogen und das Publikum total mitgerissen. War schön anzuschauen.

Dann endlich: MGMT. Meine Vorfreude war etwas getrübt, weil mein Handy kurz davor den Geist aufgegeben hatte. Ich brauchte es um wieder nach Hause zu kommen und hab dadurch eine kleine Panikattacke gekriegt: Ich, mitten in Paris, ohne Handy. Anyway: MGMT war – vielleicht vor allem wegen meiner Gemütslage – etwas enttäuschend. Sie spielten zwar sehr gut, all ihre Hits und etwas mehr, aber das Publikum ignorierten sie praktisch. Ein kurzes „I love Paris“ zu Beginn und dann ein Runterrattern der Setlist. Ich wette, hätten sie nur einmal während Electric Feel oder Kids ein wenig mit ihren Händen rumgefuchtelt, wär das Publikum Feuer und Flamme geworden und wär rumgesprungen. So tümpelte ein schwacher Begeisterungsbeginn in der Masse, der einfach nicht entfacht wurde. (Ich sprech jetzt für meinen Standort, irgendwo mittelinks – ganz vorne sah es bestimmt ganz anders aus.)

Dann das typische am Rock en Seine: Völkerwanderung von einer Scène zur nächsten. Gegenverkehr absolut ausgeschlossen, am Besten stellt man sich hinter einen Baum und wartet ab bis die Masse vorbei ist. So campt niemand vor der Bühne.

Auf meinem Programm standen die Klaxons an. Ich hatte sie schon einmal live gesehen und wurde damals etwas enttäuscht, weil sie – wie jetzt MGMT – einfach nicht mit dem Publikum kommunizierten. Sie waren etwas lau gewesen, als wären sie verärgert, überhaupt spielen zu müssen. Aber ich wollte ihnen eine zweiter Chance geben – schliesslich kann ich einen grossen Teil der Songs locker mitlallen. Und diesmal hab ich gelernt: Sie gehen ab. Und zwar richtig. Nur muss man einfach mittendrin sein. Am Rand klingts nur repetitiv, laut und eindringlich – ist es ja auch, aber trotzdem super.

Last but not least: Patrick Wolf. Nach dem Lesen des Reviews auf Whitetapes befürchtete ich das Schlimmste, aber glücklicherweise zeigte er sich von seiner besten Seite, obwohl er den Zonk gezogen hatte: Während er auf der kleinsten Bühne sein Bestes gab, rockten weiter hinten Prodidy. Dementsprechend tummelten sich gut 30 Personen vor seiner Bühne, mehr nicht.
Im Gegensatz zu MGMT aber war er von Beginn an für sein Publikum da – auf Französisch! Fast vergass er den Text zu The Libertine, weil er sogar auf Französisch singen wollte („The circus girl fell off her… cheval!“) und fragte vor einer kleinen Madonna-Einlage wie man „a virgin“ denn übersetze. Weil aber alle durcheinander schrien, liess er es dann doch lachend sein und sang auf Englisch.

Und noch ein Punkt: Auffallend viele MGMT-Fangirls/boys kamen als Neohippies, samt Federn im Haar, Schminke und Neonfarbenen Strümpfen. Die Band selber aber kam in Jeans und Shirt. Ist da nicht was verkehrt? Drum punktet gleich wieder Patou: Im Gegensatz zu den meisten Künstlern zieht er nicht nur ein Kostüm an, (ob es schön ist, diskutieren wir ein andermal…) sondern er zieht sich während seiner Show auch noch um. High Heels gabs zwar keine, dafür ein Haarschnitt bei dem ich am liebsten auf die Bühne gerannt wäre um ihm ein wenig reinzuschneiden. Anschliessend selbstverliebte Posen im Scheinwerferlicht, als wäre er auf einer Modeschau. Aber auch das gehört zur Show.

Fazit: Rock en Seine hat sich gelohnt. Umweit von Paris und ein echter Genuss. Nur schade habe ich Metric und Prodigy verpasst. Aber Patou macht ja alles wett.