erlebt, gedankensalat, lebensbericht, motzgurke

Mit dem falschen Fuss

Gefunden bei FFFFOUND!

Mit dem falschen Fuss aufgestanden – oder gar eingeschlafen.
Am Vorabend hatte ich noch einen zweistündigen stummen sowjetischen Propagandafilm von 1927 geschaut. Ich, die nichts von russischer Geschichte verstehe, habe somit auch nichts am Film verstanden und bin ratlos und von markanten Armeebildern geprägt ins Bett. Doch der blöde Mitbewohner musste natürlich just in dem Moment mit seiner blöden Freundin in die Wohnung platzen, mit ihr über blöde Witze lachen und dies genau vor meiner blöden Tür die natürlich jeden blöden Ton durchliess. So bin ich dann irgendwann nach etlichem Herumdrehen doch mal eingeschlafen, mit dem Gefühl, meinen Mitbewohner und seine Freundin im Bett zu haben. (Kein gutes Gefühl.)
Dementsprechend hatte ich keine Lust aufzustehen (Naja, je nachdem..) und hatte vom Morgen an den Reflex, alles mit zynischem Zorn zu begutachten. Ich hatte vom im Lift stecken bleiben zum freien Fall über den Tod eines Familienmitglieds so ziemlich die ganze Palette an ungemütlichen Träumen durchgespielt und spürte noch immer den sauren Nachgeschmack, der das Geträumte mit der Wirklichkeit verschwimmen liess.
Analyse der Naziredeweisen als erster Kursinhalt half dem allgemeinen Wohlbefinden auch nicht weiter. Vor allem nicht, wenn man sich extra nicht meldet und trotzdem genommen wird.
Die Mitstudenten sahen alle aus, als würden sie über meine nicht-das-was-ich-möchte-tun-wollenden-Haare spotten und überhaupt hatte ich für die Hitze viel zu viel an. Die Tasche war sauschwer, mein Fahrrad kaputt, der Mitbewohner (welcher auch immer) hatte immer noch nichts von Haaren aus der Dusche entfernen gehört und die Professorin benutzte zuviel die Wörter „immer“ und „nie“. (Diese Wörter treiben mich in den Wahnsinn. Nein, Märchen fangen nicht „immer“ mit Es war einmal an! Dann bin ich halt eine Besserwisserin.)

Aber hey, am Ende gibts immer ein Happy End. Bin ja noch nie gestorben.

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Ein Gedanke zu “Mit dem falschen Fuss

  1. auja, diese lustigen erfahrungen hatte ich mit meinen mitbewohnern auch schon öfters. sie konnten nie verstehen, warum ich bei ihrem lärm nicht schlafen konnte.
    unser proffessor sagte in einer vorlesung einmal 120 mal „entsprechend“. aber ich glaube, bei dir war das was anderes.
    http://ununun.de/langeweile/

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