erlebt, gesehen, kulturkritik

Von Filmen

Bevor ich an einer Überdosis Eindrücke sterbe möchte ich einige loswerden.

Es wird keine Kulturkritik im eigentlichen Sinn wie ich es mir bei Entstehen dieses Blogs vornahm („Hach, ich will mal tolle Rezensionen schreiben und der Welt der Filme und Bücher meinen Senf dazugeben!“) sondern es wird noch subjektiver.

Howl’s moving castle, 2004:
Amy & Pink hat mich grad erinnert, dass ich ja diesen Film erst neulich gesehen hatte. Die Protagonistin heisst wie ich, die Musik ist hinreissend, die Bilder sind magisch. Wahrscheinlich war meine Schwester tödlich genervt wegen meinen entzückten Ausrufe zur Liebe zum Detail und zu den gemäldeähnlichen Hintergründen. Der Film ist toll. Aber das wissen ja alle schon. Also hopp, zum nächsten.

The Maltese Falcon, 1949:
Ja, ich komm jetzt zu den Filmen, die ich mir in der Uni hab antun müssen. Dieser ist ja nicht mal so schlecht. (Richtig schlecht kann eh keiner davon sein, sonst wären es keine Pflichtvorstellungen gewesen. Wobei..)
Humphrey Bogart in seiner ganzen Männlichkeit. Ein rauchendes Pokerface. Der am Ende das Gegenteil dessen tut, was man von ihm erwartet. Und grundsätzlich dreht sich übrigens der Film um nichts, wenn ich mir diesen frechen Spoiler erlauben darf. Alle sind ganz Feuer und Flamme wegen eines am Ende inexistenten Dinges. Am Anfang auch inexistent, aber das ist zu erwarten. (Wenn man den Film nicht gesehen hat, versteht man wahrscheinlich nur Bahnhof von meinem Geplapper hier..)

Le voyage dans la lune, 1902:
Davon bin ich nun richtig fasziniert. Und hätte ich den nicht vor Octobre gesehen, hätte ich beim Sowjetfilm noch grössere Mühe gehabt, zu verstehen, weshalb er so toll sein soll. (Der Sowjetfilm wird gleich erläutert, keine Panik!) Aber schaut euch nur diese Detailliebe an, den animierten Mond, die banal aussehenden Spezialeffekte! Und das Ganze wie ein Theaterstück aufgebaut, die Kamera schwankt nie aus sondern die Schauspieler treten auf. Wunderbar.


Und gekürzt.

Octobre, 1927:
Darf ich mich an einem absoluten Klassiker auslassen? An einem untastbaren Meisterwerk? Danke.
Das Ganze soll ja unglaublich sein in Sachen Montage und Schnitt (dasselbe?), okay, ich seh’s ein, für 1927 ist es wirklich unglaublich. Aber wenn man sich nicht an stumme Schwarzweisspropagandafilme mit russischen Zwischentiteln gewohnt ist, die fantastischen Montagetechniken irgendwie nicht so richtig erkennt und nichts – aber so richtig nichts – von russischer Geschichte weiss…naja, dann hockt man fast zwei Stunden im Dunkeln und wartet bis der Film vorüber ist. „Betrüger!“, schreien sie tonlos – und ich frage mich wer „sie“ und wer die „Betrüger“ sind, wer nun die Guten und die Schlechten sein sollen und wo und wann und wer und überhaupt.

Banshun, 1949:
Der ganze Saal hat gegrölt als die Protagonistin des Films neben ihrem Fast-Freund am Meer sass, seit Anfang des Films immer noch grinste und irgendetwas von Gürkchen erzählte, die sie nicht entzwei schneiden konnte. Die Situation war zu kitschig-lächerlich – wie der ganze Film auf seine Weise. Wobei ich mich hier immer auf den inhaltlichen Teil beziehe, von technischem Krimskrams hab ich keine Ahnung (gut, von Inhalt wahrscheinlich auch nicht viel, wenn man beachtet, dass der Film vom Japan Ende 40er stammt.)
Hier die beschriebene Szene, falls ihr es euch antun wollt. Ihr Grinsen ist wirklich unglaublich. Ich schwanke immer noch zwischen Faszination und Frust.

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2 Gedanken zu “Von Filmen

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