gesehen, kulturkritik

Fliegende Kämpfer, leuchtende Augen und Überfälle

Filmbesprechung. Ohne Vicky Cristina Barcelona. Der kriegt dann einen Post ganz für sich alleine. Vielleicht.

House of Flying Daggers – Zhang Yimou, 2004

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Ich muss zugeben, dass ich von asiatischen Filmen nicht viel Ahnung habe. Ich erwartete die ganze Zeit irgendetwas typisch asiatisches und unverständliches für unsere Kultur (Szenen aus der Froschperspektive oder philosophische Konversationen über die Mysterien des Lebens) aber ich wurde in dieser Hinsicht etwas enttäuscht. Trotzdem: House of Flying Daggers fand ich ein sehr schöner Film. Wunderbare Farben und prächtige Kostüme. Das tragische Ende fand ich etwas langatmig, aber das wär’s auch als westliche Geschichte gewesen. Hollywood hätte es nicht besser machen können.


Crouching Tiger, Hidden Dragon
– Ang Lee, 2000
(„Die fliegen ja!!“)

Hat zwar nichts direkt mit dem Film zu tun, aber ich fand es erstaunlich, dass  „You will stay in this room“ in den Untertiteln mit „The master said to put the sword in the study“ übersetzt wurde. Andersrum könnte man es auch erstaunlich finden, dass ich einen chinesischen Film auf Englisch schaue und nicht auf Deutsch.
Die Kampfszenen fand ich (vielleicht auch dank der Trommelmusik) geradezu hypnotisierend. Diese Wudan-Kämpfer machen ja Mulan und Spiderman gleichzeitig Konkurrenz und stellen dabei Frau Kiddo in den Schatten. Et tu casses!

Was in beiden Filmen vorkam:

  • Kämpfe zwischen, unter und auf Bambus
  • Frauen die baden während bestimmt niemand zuschaut
  • Verbotene Liebschaften
  • Ziyi Zhang


Dune
– David Lynch, 1984

Okay, drei Filme aneinander ist irgendwie einer zuviel. Ich glaube ich war schon lange nicht mehr so kribbelig. Aber bei Dune konnte ich mir ein Lachen teilweise echt nicht verkneifen.
Ich sag nur: „The spice must flow“.
Mein erster Eindruck: YEAH, SciFi!
Mein zweiter Eindruck: WTF?!
Riesenshowdown aus dem Nichts und plötzlich knutscht the ONE rum und da kämpfen alle wieder und WIESO hat der ein Kabel von der Nase zum Gehirn?

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Ein hässlicher rumfliegender Bösewicht, eine Prophezeiung die wahr wird, ein kleines Mädchen mit leuchtenden Augen, ein Superheld mit Superaussehen und Superkräften und dazwischen Grossaufnahmen von einem Riesenwurm. Was will man mehr?


Into the Wild
– Sean Penn, 2007

Ich wollte zu diesem Film eigentlich gar nichts sagen, da schon genug darüber geschrieben wurde. Ja, er ist toll. Schöne Musik, zum Träumen anregende Landschaften, ein – geben wir es zu – hübsch anzuschauender Junge und eine sowohl tragische als auch befreiende Geschichte. Ich muss zugeben ihn fast ein wenig zu kitschig gefunden zu haben. Den Hype um den ganzen Film fand ich auch übertrieben. Aber dafür, dass es ’nur‘ eine Geschichte über einen Jungen erzählt, der auszieht um in der Wildnis zu überleben und dann doch stirbt war der Film verdammt gut verpackt.


J’ai toujours rêvé d’être un gangster
– Samuel Benchetrit, 2007

Dieser Film erinnert tatsächlich an einen Tarantino, nur ohne Blut und ohne Hahnenkämpfe, dafür mit kindlich naiven Diskussionen, einigen Anspielungen auf andere Filme und vor allem vielen missgeglückten Überfällen. Der Film ist in mehrere Szenen unterteilt, die alle – teilweise nicht ganz chronologisch – ineinander übergehen. Die Charaktere können auf den ersten Blick etwas kurios wirken, skrupellos oder abgrundtief böse ist aber keiner. Sie sind alle zusammen vor allem eines: menschlich. (Ach nein.) Jetzt im Ernst: So ganz subjektiv hat mir aus meiner kleinen Liste hier J’ai toujours revé d’être un gangster am Besten gefallen. Für seine gewitzte Dialoge, seinen Möchtegern-Kultfaktor und für den belgischen Akzent der beiden Emo-Kidnappern. Let’s Trailer. Auf Französisch. Ätsch.

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3 Gedanken zu “Fliegende Kämpfer, leuchtende Augen und Überfälle

  1. Nicoletta schreibt:

    Lies mal das Buch zu „Dune“, dann weisst du weshalb der Film immer wieder das „WTF“-Erlebnis auslöst.
    Der Schmöcker ist riesig… (und übrigens auch saugut, habe in erst vorgestern beendet)

  2. protagonistin schreibt:

    @ Nicoletta: Ja, ich hab gesehen, dass es ein ziemliches Durcheinander gegeben hatte was die Filmlänge angeht. Ich nehm mal an, dass das auch mit dem Umfang des Buches zu tun hat. Aber ich schau mir das Buch gerne mal an…nachdem ich mit meinen Hannibals fertig bin. :)

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