gelesen, kulturkritik

schpinsiech

„I ha schach gschpiut, aber nachere gwüsse mängi wotka isches eim enorm glich, weli müglechkeite daster anger het u überhoupt manis jedem gönne wener gwint, wener scho gwinne wot.“

Ich habe heute „Ter Fögi ische Souhung“ von Martin Frank fertiggelesen. Es ist ein zweifach besonders Buch: Erstens mal handelt es von einem ca. vierzehnjährigen Jungen, der sich in einen zehn Jahre älteren Mann verliebt. Nach und nach wird er zu seinem Freund und Sexsklaven, schliesslich geht er für ihn auf den Strich. Und das natürlich alles aus Liebe. Wie romantisch.
Besonders ist es auch, weil es auf haupärndütsch ist. Shoking!
Klingt ironisch, ich weiss. Aber 140 bärndütsche Seiten zu lesen, ist wirklich ziemlich ungewöhnlich. Und vor allem gewöhnungsbedürftig.

.„Well, u so bini o iglade worte bimne richtige komerzielle sexfium mizschpile (…) ude nachane usgwäuti liebeszene bueb-meitschi, meitschi-meitschi, meitschi-bueb-meischti. Nid fiu fantasie di fiumchlöis.“

Die einzigen schweizerdeutschen Bücher die ich bisher je in den Fingern hatte, waren Guetnachtgschichtli – und da war ich auch gut zehn Jahre jünger. Die homosexuellen Sexszenen sind da doch ein eher krasser Gegensatz dazu. Interessant ist das Buch trotzdem. Und zeitweise auch recht amüsant geschrieben. Wem die gewöhnliche Schriftsprache also mal zu langweilig sein sollte..

„I gloube dä Wauterli isch öpe zäni xi, fierti füfti klass. Är hepmer ones piud zeigt, woner fom Mick Jagger zeichnet het, i hoffe der Mick isch nid würklech sone tante wi uf däm biud.“

Ah, äh – ich habe gerade einen Vortrag über Mundartliteratur gehalten, deswegen das Ganze…
Diese Darstellung geht sooooowas von gar nicht. Redesign muss irgendwann her.

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