gesehen, kulturkritik

Requiem for a Dream


Moment, ich muss atmen.
Ich bin beeindruckt. Und schockiert. Ich hatte während des ganzen Filmes das Gefühl, in einem tranceähnlichem Zustand zu sein. Liegt bestimmt auch an der Montagetechnik – schnell und repetitiv. Genauso wie die Musik, sie geistert jetzt noch in meinem Kopf rum.

In letzter Zeit hatte ich oft das Gefühl, dass ich mich von Filmen immer weniger beeindrucken lassen könne. Gewalt, Sex, Schockierendes – irgendwann sieht alles ähnlich aus, wie schon da gewesen. Anstatt nach dem Film unbedingt über ihn reden zu müssen und danach schlecht zu schlafen, zuckt man mit den Schultern und beschäftigt sich schon bald mit etwas anderem. Aber jetzt zucke ich nicht mit den Schultern, sondern schreibe einen Blogeintrag.

Erzählt werden die Schicksale von vier Menschen, die sich selbst nach und nach aufgeben, fallenlassen in ihre Abhängigkeit.
Dabei war am Anfang alles so gut. Die Mutter hatte wieder Hoffnung gefunden, das junge Paar gemeinsame Liebe. Und der beste Freund sah so optimistisch aus. Dann –  bergab. Ich hab mitgelitten, als Harry am Telefon Marion versprach, er werde „soon“ wieder zurück sein, das Wort mehrmals wiederholend, als wolle er es sich selbst versichern, sein Arm eine Katastrophe vom schlechten Gebrauch der Spritze. Und vor allem auch, als seine Mutter vollends Halt verliert, in ihren Wahn abdriftet und eingeliefert werden muss.

Ich hab mich am Ende gefühlt, als wäre auch ich fallengelassen worden. Plötzlich ist es fertig. Und man sitzt da, als hätte man gerade einen Schlag mitten ins Gesicht abgekriegt.

Advertisements
Standard

5 Gedanken zu “Requiem for a Dream

  1. Da stimm ich dir voll und ganz zu. Requiem for a dream ist einer der am mitreißensten Filme überhaupt. Am Ende hat man das Gefühl gerade selbst einen Drogenentzug durchgemacht zu haben. Ich persönlich kann ihn mir aber nur ein paar Mal im Jahr ansehen, weil er einen so mitnimmt.

  2. Genau. Bei mir wird es auch eine Weile dauern, bis ich mich wieder an den rantraue. Aber schlecht ist er deswegen keineswegs.

  3. dom schreibt:

    einer der besten filme die ich je gesehen habe. nach dem ende war ich erstmal ein paar stunden lang völlig verstört… der schlag ins gesicht triffts super.

  4. Ich habe ganz wenig Ahnung von dem Film und werde dies baldmöglichst ändern. Endlich mal wieder ein Filmtipp von dir! :)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s