gesehen, kulturkritik

Frisch aus der Tube

Mein Senf zu zwei Filmen die ich kürzlich gesehen habe.

Death Proof
Ich hab ja sowieso eine kleine Geschwindigkeits- und deswegen auch Autophobie. Da hilft Death Proof definitiv nicht. Die Geschichte ist relativ einfach: Ein Typ macht sich einen Spass daraus, mit seinem todsicheren Auto (höhö) junge Frauen umzubringen. Irgendwann wird der Spiess umgedreht und – ja, ihr könnt euch ja denken, was dann passiert. Wer andern eine Grube gräbt und so.
Die typischen tarantinesken Eigenschaften sind auch wieder alle vorhanden: Gute Musik, witzige Dialoge, Ignorieren filmischer Konventionen, Blut, Rache und sogar Füsse. Auch abgehackte, dankeschön. (Das war ja SOWAS von klar, dass ihr Bein weg kommen würde.)
Ich glaube, ich mag Tarantino. Das kleine Mädchen in mir kreischt zwar jedes Mal auf, wenn irgendein Glied wegkommt, aber andererseits freut sich die Filmstudentin in mir immer so abartig wenn sie Anspielungen auf andere Filme entdeckt oder die Kamera die 180°-Regel durchbricht. Und lacht ab den dreckigen Witzen. Und ein bisschen Adrenalin tut ja zwischen all den Klassikern die ich sehe auch mal gut. Jetzt muss ich nur noch Planet Terror schaun.

Micmacs à Tire-Larigot
In Micmacs versucht Bazil (Dany Boon) zwei Waffenhersteller gegeneinander aufzuwiegeln. Der eine ist daran Schuld, dass sein Vater starb, der andere, dass Bazil eine Kugel im Kopf hat. Schrullige Charaktere, wie man sie schon aus anderen Filmen Jeunet’s kennt, helfen ihm dabei.
Was Jean-Pierre Jeunet mit Tarantino gemeinsam hat: Man merkt an ihren Filmen, dass sie Filme lieben.
In Micmacs à Tire-Larigot gibt es immer wieder Anspielungen auf Filme, sei es in Form von Poster (Mindestens vier Mal tauchte ein Plakat von Micmacs innerhalb der Geschichte auf) oder Filmausschnitten (Ich konnte gestern Abend nicht schlafen, bis ich den Titel des Films hatte, den Bazil in den ersten Minuten des Films schaut. Und ich hab doch glatt Cary Grant mit Humphrey Bogart verwechselt und deswegen etwa doppelt so lang gebraucht: Hitchcock’s Notorious war es nämlich. Glaube ich. Ziemlich sicher.)
Anyway: Wer Amélie nicht mochte, der sollte einen weiten Bogen um Micmacs machen. „Das Leben ist schön“, sagt uns dieser Film, aber auf eine ganz typische, verspielte Art, die ich einfach liebe.

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Ein Gedanke zu “Frisch aus der Tube

  1. Tarantino und ich, das ist so ne Sache, aber der zweite Filmtipp ist auf jeden Fall was für mich. Mag Jean-Pierre Jeunet sehr gerne. Danke schön!

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