erlebt, gesehen, kulturkritik, lebensbericht

Megariesenblogpost voller SciFi, KungFu und anderen Dimensionen

Endlich hab ich meine fünfzehn Seiten Shakespeare-Essay fertig, drum hier meine Lieblinge der Filmorgie, die ich mir letzte Woche antat. Ich war nämlich auf einem Fantasyfilmfestival. Mein erstes Filmfestival – Campen, Schwitzen, Filme schauen, Frieren und viel lachen. Mein Körper meinte dazu nur:  „Wenn ich immer so von heiss auf kalt umstellen muss spiel ich nicht mehr mit! Da, Erkältung! Cope with it!“

Ondine
Eine Robbenmeerjungfrau (femme phoque, /fɔk/, auf französisch. Plötzliches pubertierendes Prusten im Publikum.) wird von einem einsamen Fischer..gefischt.
Ich dachte zuerst ich würde den Film nicht sehen, was meine Ungeduld und Erwartungen an den Film nur noch mehr in die Luft schellen liess. Und drum war ich etwas enttäuscht. Der Film ist schön, romantisch, kitschig und voraussehbar. Und sie haben einen tollen Akzent in Irland, aber das wussten wir ja alle schon.

Die Tür
Ich glaube, ich mag deutsche Filme. Sie haben oft was.. natürliches und doch ernstes. Ach keine Ahnung. Die Tür war nicht schlecht. Die anderen wollten noch Tage später darüber diskutieren, was alles möglich gewesen wäre. Ich fand ihn nicht wirklich umhauend, da ein Mix aus Butterfly Effect und …sonstwas, und somit schon dagewesen, aber ganz unterhaltsam. Weil ich deutsche Filme mag.

Strigoi
Fuck, ich bin eingeschlafen. Ich schlafe sonst nie ein während Filmen, vor allem nicht im Kino. Aber diese Woche hatte ich einen solchen Schlafmangel, dass ich mir ab dem zweiten Tag jeweils einen Film auswählte, bei dem ich einnicken konnte, ohne ein allzuschlechtes Gewissen zu haben. Weil ich bei Strigoi eingeschlafen war, und es sowas von bereute. Ich weiss immer noch nicht genau um was es ging, aber es spielte in einem dieser absolut supertollen Balkanländer voller lebensfroher Musik und leicht verrückten Charakteren. Ich weiss noch, dass es um Vampire gehen sollte, aber dass sie sich stattdessen mit allmöglichem Essen vollstopften. Und dass das widerlich war. Und dass irgendein alter Mann etwas von wegen sein Hund wurde von Kommunisten gestohlen schwafelte, und dass seine letzte Zigarette nicht mehr am richtigen Ort war, und sicher auch von Kommunisten gestohlen worden war. Die eine Zigarette. Ich fand das sehr witzig, obwohl ich keine Ahnung hatte, wieso er das sagte, weil ich vorher und nachher meine Augen geschlossen hatte und drum die Untertitel nicht lesen konnte.

Cargo
Ein typischer Sci-Fi-Film. Wäre er nicht von Schweizern gemacht worden, würden ihn doch alle mittelmässig finden.

Woochi
Mann, Woochi! WOOCHI! Die anderen fanden ihn zu lang, ich nicht, bin also wahrscheinlich an den richtigen Stellen eingenickt. Woochi ist super. Er ist Zauberer, glaube ich, und er erinnert an Captain Jack Sparrow, weil er auch so tollpatschig und voller Charme ist, aber dafür kann er richtig gut kämpfen. Und ich hätte nie gedacht, dass ich mal für einen asiatischen Typen flashe (Ich vermische Sprachen, jetzt versteht mich eh keiner mehr), aber schaut euch dieses Seitenlächeln an! Ausserdem hat er einen besten Freund, der sein Diener ist, der sein Pferd ist, der sein Hund ist. Oder so. Der Film spielt irgendwann irgendwo in Asien, kann das nicht so gut einordnen mit den zeitlichen Perioden in asiatischen Filmen. Jedenfalls nicht im modernen Tokio (vor allem weil der Film aus Korea kommt…), sondern in einem mittelalterlichen Kaff. Oder so. Und irgendwann waren alle auf einer Autobahn, und ich hab nichts mehr gecheckt, aber lustig wars trotzdem.

Metropia
Geschichten, die in einer fernen Zukunft handeln, wo irgendein totalitäres System regiert und sowieso alles schlecht ist es aber keiner bemerkt, finde ich ja sowieso super. Dystopien, nennt man diese Geschichten. Nur damit ich auch mal ein gescheites Wort bringen kann. Dieser Film spielte in einer solchen Welt, und dazu in einer richtig geilen Möchtegernzeichentrickfilmabernichtwirklichganz-Optik. Und total düster. Und auf schwedisch, ey. (Nein, stimmt nicht, der Film war auf englisch. Aber egal. Schwedische Produktion, ey. (Klingt grad weniger sexy.))

Mutant Girls Squad
Nur schon der Name. Ich sage nur: Viel Blut. Und dann noch ein wenig mehr Blut. Und Specialeffects, die sogar ich hingekriegt hätte, so schlecht waren die. Übrigens: Blut. Am Anfang gabs eine ach-so-ernste Einführung, wo die Eltern der in der Schule gemobbten Tochter erklären, dass sie Mutanten sind – irgendeiner schrie einfach rein: UNS DOCH EGAL, WIR WOLLEN BLUUUUUT! Ich liebe Festivals.

(lol, das Vorschaubild..)

Grande Ourse – La clé des possibles
Mann, dieser accent québécois. Ich kriege jedes Mal Lachanfälle, voll fies. Ein Typ kann in die Zukunft schauen und geht in eine Paralellwelt um seinen besten Freund zu retten, der von einer Hexe gekidnappt wurde. Oder sowas in der Art. Immer diese verzwickten Plots, da kommt mein übermüdetes Köpfchen gar nicht nach. Der Film hatte was von Adèle Blanc-Sec, so eine Comic Optik mit lustigen Farben und tollen Dialogen.

Summerwars
Ein japanischer Animationsfilm (Jaja, Anime) wo eine Art übermächtiges Internet gehackt wird und eine typische sympathische und durchgeknallte japanische Familie, die in einem lustigen Haus ohne Tische und Stühle aber mit Papierwänden, Videospiele gamen muss um die Welt zu retten. Mit ganz vielen Farben und noch mehr Farben! Spaaass!

Transfer
Noch ein deutscher Film der mir gefiel. Ein älteres deutsches Ehepaar hat die Gelegenheit in jungen, gesunden Körpern weiterzuleben. Diese Körper gehören zwei Schwarzen, die sie verkauft haben um ihre Familie back in Africa finanziell zu unterstützen. Voller moralischer Fragen, und doch richtig spannend ohne spiessig zu werden.(Ich finde keinen einzigen fucking Trailer. WTF.)

Wig
Ein Typ ist voller Angst, die Welt könnte entdecken, dass er eine Perrücke trägt, und schliesslich wusste es sowieso schon jeder. Haha, Spoil ohne Vorwarnung! Ich fand den Film langweilig, kann aber auch daran liegen, dass ich einen richtigen Scheissplatz abkriegte, weil wir zu lange in der Sonne rumgelümmelt haben/waren(?) und jegliches Zeitgefühl schmolz.

Tannöd
Dürrenmatt’s Versprechen meets…Oberbayern (Jaja, kein Schweizerdeutsch, liebe Romands!). Ich mag nicht nur Dystopien, ich mag auch strange und ungesunde Hinterwäldlermordsgeschichten, voller Inzest und unausgesprochenen Wahrheiten. Das Ende hat mich zwar etwas enttäuscht, aber ich mochte den Film trotzdem. Meiner Mutter würde er auch gefallen.

Tetsuo
Also eigentlich wollte ich ja zurück ins Zelt und schlafen. Weil zu Tetsuo lässt es sich nicht wirklich gut schlafen. Wirre Bilder die irgendwie nichts zeigen aber doch Angst machen und eine Tonspur die von absoluter Stille zu Ohrenzerfetzendem Krach geht. Auf und Ab, eineinhalb Stunden lang. Ich weiss jetzt dafür, wie es sich am Besten schlafen lässt in einem Kino, weil vom Plot hab ich ja trotzdem irgendwie nicht viel mitgekriegt, ausser dass ein Mann sich in eine Maschine verwandelt und …äh.. viel Gewalt. Irgendwie. Und Krach.

Enter The Void

Ich freute mich schon seit Anfang der Woche auf diesen Film, etwa so wie sich ein kleines Mädchen auf ihr Pony freuen würde. Er war einfach viel zu lang, und an manchen Stellen etwas unnötig pornographisch. Genau die Szene die oben im Teaser gezeigt wird hätte auch ruhig im Teaser bleiben können zum Beispiel. Oder so geschnitten sein können. Weil ich prüde bin. Schnitte kennt dieser Film übrigens kaum. Aber zurück zu meinem ultimativen Urteil: Ich bin noch immer von der Idee fasziniert. Dieser Vorspann! Und ich bin jetzt im Nachhinein begeistert von diesem Film, auch wenn ich während des Schauens eher vom Gegenteil überzeugt war.

Electric Dragon 80,000 V
Ich wartete den ganzen Film lang darauf, dass sich die Typen mit farbigen Elektrostrahlen die aus Gitarren kommen bekämpfen. Aber der Film war schwarz-weiss und die Gitarre nur da um darauf rumzukrachen. So.. fünf Minuten lang, non stop. Trotzdem: Ultime! GITTARÜÜÜ!

The Disappearance of Alice Creed
Good ol’english Thriller, bei dem man doch einiges schon von Anfang an zu wissen meint, obwohl es dann anders kommt. Aber man kann ja dann nach dem Film das Gegenteil behaupten. Und ja, es ist die Dame von der alle Typen die Prince of Persia gesehen haben träumen. Nein, ich hab Prince of Persia noch nicht geschaut, aber meine Mitkinobesucher haben es mir ganz schön klar gemacht, wer sie ist.

The Inhabited Island: Stranger
Dieser Film! So gut, weil eigentlich so schlecht! Ich wette, ich würde das Buch lieben, weil es einen in so eine total durchgeknallte Fantasy-SciFi-Welt abtauchen lässt, wo auf Papier alles logisch erscheint, aber auch Film dann nichts mehr klar ist. Und vor allem: Der Protagonist ist ein dauersmilender Blondschopf mit Pokémon Allüren, da er ständig seinen Namen wiederholt. Und der Film ist auf russisch, was mit der kyrillischen Schrift das Ganze noch exotischer aussehen lässt. Ich hab den zweiten Teil leider nicht sehen können, weil wir einen anderen Film schauen gegangen sind, aber wenn ich die Gelegenheit habe hole ich das definitiv nach. Spoilt mir also nicht, wer die Welt rettet!

Gallants
Ich steh normalerweise nicht so auf Kung-fu-Karate-Tai-Chi-Jackiechan-Kampffilme, so schön die Kampfchoregraphien auch sein mögen. Aber dieser war ganz schön unterhaltsam, fast schon herzzerbrechend. Mei, und ich red da von einem Kampffilm. Aber schaut euch das Bild an!

Und ich hab ausser Enter The Void keinen der Filme gesehen, die einen Preis gewonnen haben. Tumdum, scheiss auf Preise.

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