erlebt, kulturkritik, lebensbericht, motzgurke

Liebe Eltern, Grosseltern und Medien

Heute Morgen bin ich sehr genervt aufgestanden. Das hilft, um schnell wach zu werden. Der Grund meines Genervtseins war ein Radiobeitrag. Ich benutze seit ich klein bin einen Radiowecker, der seit einigen Jahren nun keine Kackpopmusik mehr spielt, sondern mich mit den Nachrichten und oft auch gesellschaftlichen Diskussionen weckt. Und heute Morgen ging es um Videospiele. Und nicht etwa um die ewige Frage, ob Videospiele für Kinder geeignet sind oder ob Videospiele Gewalt fördern – diesmal ging es um eine neue Studie, die aufzeigt, dass Videospiele kognitive Fähigkeiten fördern. Der betroffene Forscher war natürlich sehr vorsichtig und wägte seine Worte, um zu präzisieren, dass es sich um Actionspiele handle und dass „kognitive Fähigkeiten“ ein sehr breiter Begriff sei. Trotzdem habe er und viele andere Forscher seit mehreren Jahren festgestellt, dass Actionspiele nützlich für allerlei Gehirnsachen sei.

Soweit so gut. In der Opposition befand sich aber ein Rektor und ein Kinderpsychiater, die zwar die Studien keineswegs verneinen wollten, aber doch aus ihrem Standpunkt als Kinderpsychiater und Rektor argumentierten, dass gewalttätige Spiele für Kinder nichts Gutes sei.

Merkt man schon, worauf ich rauswill?

Natürlich riefen dann besorgte Grosmamis an und aufgerührte Kindergärtner spammten den Twitterfeed des Radios voll: Die heutigen Kinder spielen nicht mehr draussen, Skandal! Die heutigen Kinder haben immer eine Maschine zwischen sich und ihren Gspändlis, Haaresträubend! Die Kinder seien asozial, Empörend! Und das alles wegen diesen gewaltverherrlichenden Videospielen!

Und der Forscher in der ganzen Sache fing an zu stammeln. Natürlich seien Gewaltgames nicht so gut für Kinder. Aber gewisse Games helfen doch auch, soziale Fähigkeiten zu gewinnen, indem mit anderen Spielern oder mit den Figuren interagiert werde. Worauf der Kinderpsychiater einwarf, dass die Kinder, mit denen er arbeite, oft nach Spielen wie Grand Theft Auto oder Call of Duty süchtig seien. Der Moderator: Ja, ja, nix lernen. Die Grosmamis: Genau, böse Spiele.

Die ursprüngliche gute Nachricht, dass Actiongames gewisse kognitive Fähigkeiten verbessern, ging vergessen.

Deswegen bin ich so genervt aufgestanden:

1. Videospiele werden alle in einen Sack gesteckt. Alle Videospiele sind Call of Duty und Grand Theft Auto.

2. Es wird von Anfang an das Wohlbefinden der Kinder hineingezogen, auch wenn Kinder nichts mit der Studie zu tun hatten. Es ging um Actiongames und ihre Auswirkungen auf das menschliche Gehirn. Ja, auch Kinder haben ein Gehirn. Ja, auch Kinder spielen Games. Aber Erwachsene genauso.

3. Anstatt sich auf die Ursprungsfrage zu konzentrieren, wird ein Abschweifen vom Thema durch den Radiomoderator sogar veranlasst, indem Erziehungskräfte eingeladen werden. Die Argumente, Sorgen und Erfahrungen von Rektorinnen, Schulpsychologen und Lehrer sind sehr interessant und oft im Bezug mit Games sogar positiv. Aber anstatt sie zu fragen, wie sie Spiele im Unterricht einsetzen oder wie sie Games im Bezug zu den schulischen Fähigkeiten Ihrer Schüler erleben, werden sie aufgefordert nur im Zusammenhang zu Ausnahmefällen (süchtige Kinder, überforderte Eltern, gewalttätige Reaktionen) Stellung zu nehmen.

Liebe Medien,
Ich weiss, dass hetzerische und skandalträchtige Überschriften euch mehr Likes und Shares auf Facebook geben. Ich weiss schon, dass ihr nur deswegen unter dem Übertitel „Machen Games unsere Kinder gescheiter?“ ein Bild eines bewaffneten Soldaten aus Call of Duty gesetzt habt. Es ist trotzdem scheisse, weil sich dann die Grosmamis und Eltern aufregen und sich nicht auf die Rechercheresultate des Wissenschaftlers konzentrieren, sondern euch entzürnt anrufen. Und bitte, setzt doch wenigstens auf eurer Webseite einen Link zu irgendetwas, wo man sich zum Thema informieren kann.

Liebe Eltern,
Wenn in der Zeitung steht, dass der Kinofilm Gone Girl „Freigegeben ab 16“ ist oder auf der DVD für Saw 6 fett „ab 18“ steht, dann werden diese Filme dem 12jährigen Sohn nicht gezeigt. Wieso kauft ihr ihm dann Far Cry 4 und GTA V, wenn auf deren Verpackungen genau dasselbe steht? Händler in der Schweiz „dürfen nur Spiele verkaufen, die über eine PEGI-Auszeichnung verfügen, müssen Alterskontrollen an den Kassen sicherstellen und Werbung von 16+/18+ Produkten einschränken. Wird die Alterskontrolle beim Verkauf nicht sichergestellt, sieht der Kodex Sanktionen vor, die bis zum Lieferboykott gehen können“ (Quelle).
Können wir das ein für allemal klar stellen und aufhören bei jedem Medienbeitrag über Videospiele zu debattieren, ob Spiele ab 18 für Kinder geeignet sind? Nein, sie sind es nicht. Deswegen sind sie ab 18. Punkt.
Ach und bitte beklagt euch nicht, dass euer Kind nächtelang gamed gamt Videospiele spielt. Das ist nicht unser Problem.

Liebes Grosmami,
Ja, die heutige Jugend gleicht nicht deiner Jugend. Heute gibt es Smartphones und Tablets. Heute gibt es das Internet. Das gab es alles nicht, als du 12 warst. Ich verstehe das. Dir wird oft das Argument präsentiert, dass der Buchdruck zuerst auch verteufelt wurde – aber Lesen findest du doch jetzt auch etwas tolles, oder? Natürlich gibst du deinem Enkelkind nicht 50 Shades of Grey auf Weihnachten (doch, ich weiss, dass du es kennst, schau nicht so unschuldig. Du gehörst genau zum Zielpublikum). Mit diesen neuen Medien ist es ähnlich. Und dass sie zur heutigen Welt gehören, ist nun einmal so. Aber wenn du es so unverständlich findest, dass deine Enkelkinder nicht mehr miteinander sprechen, sondern nur auf ihre Maschinen schauen, dann frag sie doch, dass sie es dir erklären. Probier es doch mal selber aus.

Können wir jetzt zurück zu diesen interessanten Forschungsresultate kommen und aufhören, aktuelle Erziehungsprobleme zu debattieren?

 

Übrigens habe ich beim Schreiben entdeckt, dass auf IMDB unter „Parents Guide“ sehr detailliert Elemente und Filmpassagen aufgezählt werden, die nicht unbedingt kindgerecht sind. So kann sich der Elternteil selber ein Bild vom Film machen, wenn er oder sie der Einstufung der Kommission zum Jugendschutz im Film nicht vertraut. Hier zum Beispiel zu Gone Girl (Achtung Spoiler).
Und hier noch ein paar Links zu diversen Studien zum Thema.

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erlebt

COOKIES

(Ich bin ein Mädchen, also darf ich das. (Und irgendwie ist dieser Gedanke vollends sexistisch.))
Ich hab eine neue Wohnung, ergo hab ich eine neue Küche, ergo konnte ich dem Drang nicht widerstehen, sie auszuprobieren. Nach diversen Brunches, Ratatouilles und Muffins hab ich mich an Cookies herangewagt, first time. Dafür hab ich ein Rezept auf einem amerikanischen Blog gefunden, da aber nicht angegeben war, wann die Schokolade hinzuzufügen ist (am Ende, obviously), und ich eh noch ein anderes Rezept hinzuziehen wollte, hab ich die beiden vermischt – und das Resultat war verdammt gut. Grundsätzlich werde ich jetzt einfach das amerikanische Rezept übersetzen und meinen Senf dazugeben. Senf mit Cookies hingegen ist nicht zu empfehlen (nehme ich an).

Was es braucht:

1/2 Tasse Butter
1/2 Tasse Zucker
1/2 Tasse Rohrucker
1 Ei
2  Kaffeelöffel Vanillezucker
1 1/4 Tasse Mehl
3/4 Tasse Hafer
1 Prise Salz
1/2 Kaffeelöffel Backpulver
1 1/2 Kaffeelöffel Zimt
1 Tasse Schokoladenstückchen
Ich muss zugeben, dass mich der Hafer in der ganzen Geschichte angesprochen hat. Hafer! In Cookies! Hem.

Man nehme die Butterund verschmelze sie unter ständigem Rühren in einer Pfanne, und ja, das macht Spass. Denn es ist unglaublich viel Butter. Wenns so richtig pflodert und braun wird, setzt man die Pfanne zur Seite und vermischt Mehl, Backpulver, Zimt, Salz und Hafer.

Dann kommen die viele Zuckersorten zur Butter, die inzwischen abgekühlt ist. Matschig, Spaaass! Dann das Ei rein, und schlussendlich alles zusammenmischen, mit Mehl und Hafer und Buttergemisch und allem drum und dran. Und hier kommt natürlich die Schokolade ins Spiel, die wirklich klein gehackt sein muss, sonst schmilzt alles im Backofen zusammen und es wird Schokolade-mit-Cookies-drumrum, und nicht umgekehrt (Also Cookies mit Schokolade drin, nicht.. Cookies mit Schokolade drumrum. Anyway.) Ofen auf 190° C vorheizen, und rein damit während 10-15min. Halt überwachen, dass es nicht mehr pflodrig aber auch nicht hart wird.

Voilà. Es ist göttlich. Und jetzt hab ich Hunger.

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erlebt, lebensbericht

En suspends

Gedankenversunken folge ich meinem Weg nach Hause, als an meiner Seite ein Auto hält. Ein grauer Smart. Das Fenster wird heruntergelassen, eine in Tränen aufgelöste junge Frau beugt sich zu mir hinüber.
„Tut mir echt Leid, aber.. meine Mutter hat mich gerade angerufen – sie hat mich rausgeschmissen.. ich.. und das Auto hat gleich kein Benzin mehr, hätten Sie nicht 5 Franken oder so für mich? Tut mir wirklich leid, ist auch kein Witz oder so aber..“
Etwas überrascht fasse ich automatisch nach meiner Tasche. „Aber.. haben Sie denn jemanden.. also.. wissen Sie wohin Sie nun gehen?“ Ich reiche Ihr das mickrige Geldstück, sie nickt und meint, sie werde schon irgendwie zurechtkommen. Sie bedankt sich, und ich murmle, dass sie mit meinem Geldstück nicht weit kommen wird, sie nickt und entschuldigt sich noch einmal, ich wünsche ihr viel Glück.

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erlebt, gehört, motzgurke

Titel sind überbewertet

Ich dachte ich würde sterben. Der Wecker war losgegangen, 9 Uhr, Samstagmorgen. Ich lag im Bett, atmete aus dem Mund und öffnete meine Augen. Um sie danach gleich wieder zu schliessen. Kopf. Schmerz. Neben meinem Bett, am Boden, huschte Marie aus meinem Schlafsack in ihre Kleider, fragte mich zweimal, ob ich einen Tee wolle. Zweimal hab ich versucht irgendwas zu sagen. Meine Stimme. Weg. Im Suff verloren. Freitagabend war nur wenige Stunden entfernt, und ich meinem Tod umso näher. Dachte ich.

Marie ist weg, sie musste nach Hause. Ich bin zu Hause. Raffe mich auf. Alles dreht sich. Mein Kopf steht einer nuklearen Explosion nahe, zehn, neun, acht. Ich schaffe es zum Wasserhahn, ein Glas Wasser wird mich retten. Sieben, sechs, fünf. Ich kann noch immer nicht atmen. Trinken und nicht atmen können. Versuch das mal. Vier, drei, zwei. Ich setze mich, mein Kopf explodiert doch nicht. Aber mein Hals. Bei jedem verdammten Schluck explodiert er ein bisschen mehr, bis ich einen Hustenanfall kriege und krepiere.

Leute, eine Erkältung und ein Kater gleichzeitig – das ist wie Marzipan und Senf. Man denkt zuerst, dass es bestimmt nicht so schlimm ist (ich zumindest) und dann… keine Ahnung, ich hab noch nie Marzipan zusammen mit Senf gegessen.  Jedenfalls: Erkältung und Kater. Das ist wie Sterben. Langsames Verrecken. Keine Luft kriegen und gleichzeitig ein Drehen im Kopf. Und meine Stimme ist irgendwo in der Vergangenheit liegengeblieben. Zwischen dem Guacamole und diesem verfluchten Whiskey. Dabei dachte ich, schon leicht angetrunken: Ach Whiskey, das desinfiziert doch!

…klar doch. Genauso wie Marzipan mit Senf. Jetzt heile ich mich mit Musik.

(Weiss jemand, ob man irgendwo ein muxtape-mässiges Mixtape machen kann, dass sich einbinden lässt? So zwecks Best-Of-2010-Playlists. Oder zukünftigen Katerplaylists.)

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erlebt, gesehen

What The Internet Does With You

Ich schaue Exit Through The Gift Shop. Weil ich seit Berlin fasziniert bin von Street Art, eigentlich nichts weiss, und gerne mehr wissen möchte. Und weil einer meiner Freunde jetzt schon zum dritten Mal bei einem Bier dieselben Leute fragte, ob sie den Film gesehen hätten. Nein, wir haben ihn immer noch nicht gesehen. Der Film handelt von verschiedensten Street Art Künstlern und so fällt natürlich irgendwann auch der Name Shepard Fairey, ein Name, den ich durch das Internet, durch die News um Obama’s „Hope“-Abbild irgendwann zu Augen gekriegt hatte. Aber als la voix over „Shepard Fairey“ sagt, denke ich nicht an Obama. Ich denke „Obey Giant“. In meinem Kopf klingt es nach „Obi Tschaient“, ähnlich wie „Obi-Wan Kenobi“. Und dann überlege ich – Moment, was? Woher kenne ich diesen Typen, und wer ist dieser Obey Giant? Ich habe keine Ahnung.
Fakt ist, Obey Giant ist kein Name. Obey jedenfalls nicht. Es ist ein Verb, im Imperativ. Und Giant war ein französischer Wrestler, der 1993 an Herzversagen starb. Das Ganze zusammen ist eine Aufkleber-Kampagne, die vor zwanzig Jahren begann. Und es war beabsichtigt, dass mir „Obey Giant“ sofort in den Sinn kam, ohne wirklich Sinn zu ergeben: „Phenomenology attempts to enable people to see clearly something that is right before their eyes but obscured; things that are so taken for granted that they are muted by abstract observation.“

Mehr Infos gibts direkt auf Faireys Website. Ich muss zugeben, dass mich das Ganze gleich ein wenig beunruhigt hat. Krass, was ich durch die Medien – hier bin ich mir sicher, dass es nur das Internet ist – passiv aufnehme, ohne zu wissen, was es ist. Und wie einfach ich es wiedergeben konnte, als im Film – den ich jetzt gleich weiterschaue – nur ein einziger Name fiel.

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erlebt, gehört

Sehr

Nach dem Megariesenblogpost voller Nerdiness, a short one voller Musik. Vorgestern eine sehr lange Festivalnacht überlebt: Beginnend mit dem John Butler Trio, so göttlich wie immer – und endend mit einem Mr Oizo voller Energie (Oh Wunder). Ich glaube, das war wirklich mein sehr sehr bestes Konzert seit sehr sehr langem (Ich wiederhole meine Tweets in Blogposts. Great). Electrorgasm. Und das Ganze (Quatsch, nur 20 Minuten) und noch mehr (The Klaxons! Bin sehr sehr abgegangen (Kann man das auch Hochdeutsch überhaupt sagen? (Müde. (Derdiedas MP3 lohnt sich aber trotzdem. Sehr.)) gibts hier. Wollte nur shääären. Lohnen sich bestimmt noch andere Dinger, hab ich nur noch nirgends reingehört.

Nächste Woche noch mehr Festivalmadness und BERLIN. (Muss man grossschreiben, glaube ich.)
Und jetzt definitiv schlafen gehen.

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erlebt, gesehen, kulturkritik, lebensbericht

Megariesenblogpost voller SciFi, KungFu und anderen Dimensionen

Endlich hab ich meine fünfzehn Seiten Shakespeare-Essay fertig, drum hier meine Lieblinge der Filmorgie, die ich mir letzte Woche antat. Ich war nämlich auf einem Fantasyfilmfestival. Mein erstes Filmfestival – Campen, Schwitzen, Filme schauen, Frieren und viel lachen. Mein Körper meinte dazu nur:  „Wenn ich immer so von heiss auf kalt umstellen muss spiel ich nicht mehr mit! Da, Erkältung! Cope with it!“

Ondine
Eine Robbenmeerjungfrau (femme phoque, /fɔk/, auf französisch. Plötzliches pubertierendes Prusten im Publikum.) wird von einem einsamen Fischer..gefischt.
Ich dachte zuerst ich würde den Film nicht sehen, was meine Ungeduld und Erwartungen an den Film nur noch mehr in die Luft schellen liess. Und drum war ich etwas enttäuscht. Der Film ist schön, romantisch, kitschig und voraussehbar. Und sie haben einen tollen Akzent in Irland, aber das wussten wir ja alle schon.

Die Tür
Ich glaube, ich mag deutsche Filme. Sie haben oft was.. natürliches und doch ernstes. Ach keine Ahnung. Die Tür war nicht schlecht. Die anderen wollten noch Tage später darüber diskutieren, was alles möglich gewesen wäre. Ich fand ihn nicht wirklich umhauend, da ein Mix aus Butterfly Effect und …sonstwas, und somit schon dagewesen, aber ganz unterhaltsam. Weil ich deutsche Filme mag.

Strigoi
Fuck, ich bin eingeschlafen. Ich schlafe sonst nie ein während Filmen, vor allem nicht im Kino. Aber diese Woche hatte ich einen solchen Schlafmangel, dass ich mir ab dem zweiten Tag jeweils einen Film auswählte, bei dem ich einnicken konnte, ohne ein allzuschlechtes Gewissen zu haben. Weil ich bei Strigoi eingeschlafen war, und es sowas von bereute. Ich weiss immer noch nicht genau um was es ging, aber es spielte in einem dieser absolut supertollen Balkanländer voller lebensfroher Musik und leicht verrückten Charakteren. Ich weiss noch, dass es um Vampire gehen sollte, aber dass sie sich stattdessen mit allmöglichem Essen vollstopften. Und dass das widerlich war. Und dass irgendein alter Mann etwas von wegen sein Hund wurde von Kommunisten gestohlen schwafelte, und dass seine letzte Zigarette nicht mehr am richtigen Ort war, und sicher auch von Kommunisten gestohlen worden war. Die eine Zigarette. Ich fand das sehr witzig, obwohl ich keine Ahnung hatte, wieso er das sagte, weil ich vorher und nachher meine Augen geschlossen hatte und drum die Untertitel nicht lesen konnte.

Cargo
Ein typischer Sci-Fi-Film. Wäre er nicht von Schweizern gemacht worden, würden ihn doch alle mittelmässig finden.

Woochi
Mann, Woochi! WOOCHI! Die anderen fanden ihn zu lang, ich nicht, bin also wahrscheinlich an den richtigen Stellen eingenickt. Woochi ist super. Er ist Zauberer, glaube ich, und er erinnert an Captain Jack Sparrow, weil er auch so tollpatschig und voller Charme ist, aber dafür kann er richtig gut kämpfen. Und ich hätte nie gedacht, dass ich mal für einen asiatischen Typen flashe (Ich vermische Sprachen, jetzt versteht mich eh keiner mehr), aber schaut euch dieses Seitenlächeln an! Ausserdem hat er einen besten Freund, der sein Diener ist, der sein Pferd ist, der sein Hund ist. Oder so. Der Film spielt irgendwann irgendwo in Asien, kann das nicht so gut einordnen mit den zeitlichen Perioden in asiatischen Filmen. Jedenfalls nicht im modernen Tokio (vor allem weil der Film aus Korea kommt…), sondern in einem mittelalterlichen Kaff. Oder so. Und irgendwann waren alle auf einer Autobahn, und ich hab nichts mehr gecheckt, aber lustig wars trotzdem.

Metropia
Geschichten, die in einer fernen Zukunft handeln, wo irgendein totalitäres System regiert und sowieso alles schlecht ist es aber keiner bemerkt, finde ich ja sowieso super. Dystopien, nennt man diese Geschichten. Nur damit ich auch mal ein gescheites Wort bringen kann. Dieser Film spielte in einer solchen Welt, und dazu in einer richtig geilen Möchtegernzeichentrickfilmabernichtwirklichganz-Optik. Und total düster. Und auf schwedisch, ey. (Nein, stimmt nicht, der Film war auf englisch. Aber egal. Schwedische Produktion, ey. (Klingt grad weniger sexy.))

Mutant Girls Squad
Nur schon der Name. Ich sage nur: Viel Blut. Und dann noch ein wenig mehr Blut. Und Specialeffects, die sogar ich hingekriegt hätte, so schlecht waren die. Übrigens: Blut. Am Anfang gabs eine ach-so-ernste Einführung, wo die Eltern der in der Schule gemobbten Tochter erklären, dass sie Mutanten sind – irgendeiner schrie einfach rein: UNS DOCH EGAL, WIR WOLLEN BLUUUUUT! Ich liebe Festivals.

(lol, das Vorschaubild..)

Grande Ourse – La clé des possibles
Mann, dieser accent québécois. Ich kriege jedes Mal Lachanfälle, voll fies. Ein Typ kann in die Zukunft schauen und geht in eine Paralellwelt um seinen besten Freund zu retten, der von einer Hexe gekidnappt wurde. Oder sowas in der Art. Immer diese verzwickten Plots, da kommt mein übermüdetes Köpfchen gar nicht nach. Der Film hatte was von Adèle Blanc-Sec, so eine Comic Optik mit lustigen Farben und tollen Dialogen.

Summerwars
Ein japanischer Animationsfilm (Jaja, Anime) wo eine Art übermächtiges Internet gehackt wird und eine typische sympathische und durchgeknallte japanische Familie, die in einem lustigen Haus ohne Tische und Stühle aber mit Papierwänden, Videospiele gamen muss um die Welt zu retten. Mit ganz vielen Farben und noch mehr Farben! Spaaass!

Transfer
Noch ein deutscher Film der mir gefiel. Ein älteres deutsches Ehepaar hat die Gelegenheit in jungen, gesunden Körpern weiterzuleben. Diese Körper gehören zwei Schwarzen, die sie verkauft haben um ihre Familie back in Africa finanziell zu unterstützen. Voller moralischer Fragen, und doch richtig spannend ohne spiessig zu werden.(Ich finde keinen einzigen fucking Trailer. WTF.)

Wig
Ein Typ ist voller Angst, die Welt könnte entdecken, dass er eine Perrücke trägt, und schliesslich wusste es sowieso schon jeder. Haha, Spoil ohne Vorwarnung! Ich fand den Film langweilig, kann aber auch daran liegen, dass ich einen richtigen Scheissplatz abkriegte, weil wir zu lange in der Sonne rumgelümmelt haben/waren(?) und jegliches Zeitgefühl schmolz.

Tannöd
Dürrenmatt’s Versprechen meets…Oberbayern (Jaja, kein Schweizerdeutsch, liebe Romands!). Ich mag nicht nur Dystopien, ich mag auch strange und ungesunde Hinterwäldlermordsgeschichten, voller Inzest und unausgesprochenen Wahrheiten. Das Ende hat mich zwar etwas enttäuscht, aber ich mochte den Film trotzdem. Meiner Mutter würde er auch gefallen.

Tetsuo
Also eigentlich wollte ich ja zurück ins Zelt und schlafen. Weil zu Tetsuo lässt es sich nicht wirklich gut schlafen. Wirre Bilder die irgendwie nichts zeigen aber doch Angst machen und eine Tonspur die von absoluter Stille zu Ohrenzerfetzendem Krach geht. Auf und Ab, eineinhalb Stunden lang. Ich weiss jetzt dafür, wie es sich am Besten schlafen lässt in einem Kino, weil vom Plot hab ich ja trotzdem irgendwie nicht viel mitgekriegt, ausser dass ein Mann sich in eine Maschine verwandelt und …äh.. viel Gewalt. Irgendwie. Und Krach.

Enter The Void

Ich freute mich schon seit Anfang der Woche auf diesen Film, etwa so wie sich ein kleines Mädchen auf ihr Pony freuen würde. Er war einfach viel zu lang, und an manchen Stellen etwas unnötig pornographisch. Genau die Szene die oben im Teaser gezeigt wird hätte auch ruhig im Teaser bleiben können zum Beispiel. Oder so geschnitten sein können. Weil ich prüde bin. Schnitte kennt dieser Film übrigens kaum. Aber zurück zu meinem ultimativen Urteil: Ich bin noch immer von der Idee fasziniert. Dieser Vorspann! Und ich bin jetzt im Nachhinein begeistert von diesem Film, auch wenn ich während des Schauens eher vom Gegenteil überzeugt war.

Electric Dragon 80,000 V
Ich wartete den ganzen Film lang darauf, dass sich die Typen mit farbigen Elektrostrahlen die aus Gitarren kommen bekämpfen. Aber der Film war schwarz-weiss und die Gitarre nur da um darauf rumzukrachen. So.. fünf Minuten lang, non stop. Trotzdem: Ultime! GITTARÜÜÜ!

The Disappearance of Alice Creed
Good ol’english Thriller, bei dem man doch einiges schon von Anfang an zu wissen meint, obwohl es dann anders kommt. Aber man kann ja dann nach dem Film das Gegenteil behaupten. Und ja, es ist die Dame von der alle Typen die Prince of Persia gesehen haben träumen. Nein, ich hab Prince of Persia noch nicht geschaut, aber meine Mitkinobesucher haben es mir ganz schön klar gemacht, wer sie ist.

The Inhabited Island: Stranger
Dieser Film! So gut, weil eigentlich so schlecht! Ich wette, ich würde das Buch lieben, weil es einen in so eine total durchgeknallte Fantasy-SciFi-Welt abtauchen lässt, wo auf Papier alles logisch erscheint, aber auch Film dann nichts mehr klar ist. Und vor allem: Der Protagonist ist ein dauersmilender Blondschopf mit Pokémon Allüren, da er ständig seinen Namen wiederholt. Und der Film ist auf russisch, was mit der kyrillischen Schrift das Ganze noch exotischer aussehen lässt. Ich hab den zweiten Teil leider nicht sehen können, weil wir einen anderen Film schauen gegangen sind, aber wenn ich die Gelegenheit habe hole ich das definitiv nach. Spoilt mir also nicht, wer die Welt rettet!

Gallants
Ich steh normalerweise nicht so auf Kung-fu-Karate-Tai-Chi-Jackiechan-Kampffilme, so schön die Kampfchoregraphien auch sein mögen. Aber dieser war ganz schön unterhaltsam, fast schon herzzerbrechend. Mei, und ich red da von einem Kampffilm. Aber schaut euch das Bild an!

Und ich hab ausser Enter The Void keinen der Filme gesehen, die einen Preis gewonnen haben. Tumdum, scheiss auf Preise.

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