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Ein paar Empfehlungen

Empfehlung ist kein schönes Wort. Aber inhaltlich doch sehr schön!

Geht Blade Runner 2049 im Kino schauen. 5ebmqad
Auf Kleinleinwand wäre er mir wahrscheinlich gleich schnell (ha!) verleidet wie der erste Blade Runner, als ich ihn vor ein paar Jahren wiederschaute („Mach. Försi!“). Mit seinen 2h44 ist das Sequel nicht gerade kurzatmig, aber jede Aufnahme zog mich mit ihrer durchdachten Komposition und Ästhetik so stark in den Bann, dass ich fast noch länger hätte sitzen bleiben können, hätte ich nicht pinkeln müssen. Vielleicht geh ich ihn noch einmal schauen, so schön ist er. Die Geschichte hat ihre Mängel, und die weiblichen Charaktere sowieso – es bleibt halt eine Hollywood-Grossproduktion mit Fans, die etwas erwarten und die man nicht mit Innovation erschrecken oder enttäuschen will. Aber Denis Villeneuve schafft den Kompromiss sehr gut, und seine weiteren Filme haben es soeben auf meine To Watch-Liste geschafft.

Schon auf Twitter gepostet: Stories Untold ist sehr gut. stories_untold_poster_1Es ist ein sehr kurzes Spiel aus dem Horrorgenre, aber ohne in-your-face-Horror, mit nur wenigen Jumpscares, und vor allem mit sehr interessanten Game Mechanics (Jetzt nochmal auf Deutsch: in-dein-Gesicht-Horror, Aufspringschrecken und Spielmechaniken). Ich hab das Spiel sehr spontan gekauft, während der Daily Deals auf Steam letzte Woche – ich wusste nichts über das Spiel, mein Freund meinte nur, es würde mir gefallen, und schon wars gekauft. Guter Impulsentscheid!

Ozark
Wie Breaking Bad, aber ohne langes Drumherum. mv5bngyxmmriowqtodyzyy00nwe5lwjkntitzgi2zty4ymjlmmexxkeyxkfqcgdeqxvymtkxnjuynq-_v1_Honey ich gehör zur Drogenmafia – echt? Na dann ziehen wir doch jetzt gleich aus und sagens vorher schnell den Kindern, bäm.

…und dann noch Empfehlungen von 2016, als ich mich plötzlich dran erinnerte, einen Blog zu besitzen, und es während dem Schreiben einfach wieder vergass. Den Entwurf aber hat WordPress nicht vergessen, deswegen gibts ihn gleich hier gecopy-pasted:

Armello: Es ist so hübsch, es blinkt und schimmert und glänzt, da freut sich mein Gehirn gleich. Und es sind Tiere! Mittelalterlich gekleidet, mit Schwert und Bogen und Pfeil – ein Charakter kämpft sogar mit ihrem Sonnenschirm, so entzückend! char-armello01

Und ich kann mir schön lange Zeit nehmen, bzw. das Spiel nimmt sich schön lange Zeit bis ich dran bin. [Vor allem im Multiplayer-Modus. Deswegen ist es mir inzwischen verleidet, aber entzückend ist es noch immer.]

Deus Ex: Human Revolution. Ich kann nicht kämpfen, deswegen habe ich auch Bioshock trotz Liebe gefühlte siebzehn Mal neu angefangen und nie beendet – ich krieg jedes Mal eine Panikattacke wenn mich ein Big Daddy angreift, ich keine Munition mehr habe und sowieso gleich abkratze, und mich dann noch ein Splicer jump-scare-mässig anspringt. Sowas verträgt mein Herz nicht. Ich werd dann ganz agressiv und ragequitte. [Aber Stories Untold und Year Walk sind kein Problem, weils kleine hübsche Indiegames sind. Ich glaub ich muss mich nochmals hinter Bioshock setzen.]
Deswegen habe ich Deus Ex voll im Storymodus durchgespielt und eigentlich auch ganz toll gefunden. [Trotz seltsamer Storyline und während den ersten 20 Minuten unerträglichem Protagonist. Aber Cyperpunk, yay!] Ich mag es, stealthily durch Maps zu schleichen, von niemandem gesehen zu werden und dann den Big Boss von hinten anzugreifen – nur kannst du das im gegebenen Moment dann nicht. Du kannst das ganze Spiel lang ohne einen Tod auskommen, ohne eine Waffe, und dann stösst du auf einen Boss, und du musst plötzlich lernen, mit einer Handgranate umzugehen, die dir das Spiel passiv-aggressiv vor die Nase setzt: ‚Da! Nimm! Du hast ja sonst nur ein Excel-Installationsprogramm und dreitausend Farmerriegel in deiner Jackentasche, wie willst du damit jemanden umbringen! Los!‘

Ich freu ich aber auf das neue Dishonored. [Hab ich immer noch nicht gespielt, ich freu mich also immer noch!]

 

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Nicht-ganz-so-Megariesenblogpost

Ok, ok, ok. Ich hab gerade 5 Minuten damit verbracht, meinen WordPress-Account zu bruteforcen, weil ich mein Passwort nicht mehr weiss. (Jaja, ich sollte mir einen Passwordmanager zulegen. Und einen VPN-Dings. ABER WELCHEN!)
Und nur, damit ich mal dieses totgefühlte Medium Blog mal wieder benutzen kann. Kann ich überhaupt noch schreiben? À propos: Gibt es kluge Deutsch-Verbesserungs-und-Grammatik-Beibehaltungs-Webseiten? Also für Deutschsprecher, nicht als Fremdsprachenkurs.

Um ganz offen und ehrlich zu sein, tippe ich gerade auf TextEdit, in der Hoffnung, bald von WordPress ein „Passwort vergessen”-Mail zu erhalten. Denn ich möchte gross verkünden, dass ich wieder am NIFFF war, dem fantastischsten aller fantastischen Filmfestivals. Ich besuche dieses Festival jedes Jahr und vergesse dann glatt, welche Filme ich gesehen habe – ausser für 2010 (mein erstes Maaal), weil ich – Achtung – einen Megariesenblogpost geschrieben hatte. Wer hätte denn gedacht, dass eine schriftliche Auseinandersetzung mit einem Thema dazu führt, dass man sich dann besser an diese Sache erinnert?

Bevor ich aber diese Übung beginne: Year Walk. Dieses Spiel. Ich habs ja schon auf Twitter erwähnt, und lesen tut hier eh kaum mehr wer, aber.. Gopferdammi war dieses Spiel gut. Ich hab Entzugserscheinungen. Von einem Spiel. Mann.ddw2egexyaui7buÜberhypen ist ja auch nicht gut, und Besten ist es, einfach zu spielen, ohne zu wissen, um was es geht. Aber falls ihr ein bisschen Creepiness und ein-zwei Jump Scares ertragt, erwartet euch ein wunderschön dunkles Spiel. Es ist relativ kurz (ich war nach zwei Abenden durch) aber die 6 Franken/Euro lohnen sich definitiv.

Yeah! NIFFF also.

Prevenge

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Eine schwangere Frau wird von ihrem Baby innerlich herumkommandiert, Menschen umzubringen. Es beginnt überraschend, ist herrlich böse und sehr zum Teil sehr lustig. Die Babystimme ist zwar etwas lächerlich, aber ich genoss es voll und ganz in einem Film mal eine schwangere Frau zu sehen, die macht und tut – und nicht nur stöhnend herumliegt. Übrigens written by, directed by und in der Hauptrolle starring Alice Lowe in her directorial debut (danke Wikipedia) – not bad. Am Festival (deswegen?) als „film de femme“ abgestempelt, was ich allerdings yes bad finde. „Frauenfilm“, ts.

Zombieology: Enjoy yourself tonight

mv5bnzbmotbmztetzju3zi00ngy1lwjinmitzmiym2e0ndq4odk0xkeyxkfqcgdeqxvynjkzodmxnde-_v1_sy1000_cr007101000_al_Zwei Typen und ihre filmdrehende Freundin entdecken nach und nach, dass Zombies die Stadt übernommen haben, und zwar weil ein rechteckiges Huhn köpfende Eier auf Menschen schiesst. Oder irgendsowas. Ich hab ein Faible für diese Filme aus Hong Kong, die sich nicht daran stören, verschiedene Filmgenres querbeet zu vermischen. Ein guter Film war es nicht, aber er war schrullig und wunderlich und Fun. Und das Poster ist viel zu schön für diesen Film.

 

Baahubali: The Conclusion

cda8a32a6a8ab6bbbe8ab845b633eb90So. Ein. Grossartiger. Film. Der erste Teil (The Beginning) hatte uns schon umgehauen, so VIEL, so FARBIG, so KITSCHIG und ÄSTHETISCH. Und der zweite Teil (The Conclusion, nicht wahr, nach einem Film) geht gleich so weiter. Fast drei Stunden voller epischer Kämpfe und packenden Familiendramen. Ich bin ja nicht so ein Sucker für Kampffilme (vor allem nicht wenn sie mit Wackelcam oder zu schnellen Schnitten kaum gezeigt werden), aber hier sind die Kämpfe einfach wunderbar-unmöglich choreographiert. Natürlich alles absolut over the top, aber gerade deswegen so fantastisch. Das Filmbudget war ja auch entsprechend („most expensive indian film“, danke Wikipedia). Und ich muss unbedingt mehr indische Filme der Art schauen.


(Wenn man übrigens Baahubali in Youtube eingibt, findet mal erst mal sieben Mal den Film in seiner ganzen Länge. Good to know I guess.)

Spoor

pokot-zwiastun-filmu-agnieszki-hollandIrgendwo im ländlichen Polen setzt sich eine von den Dorfbewohnern belächelte Dame für Tiere und gegen Wilderei ein. Something-something-murders-happen und mehr sag ich nicht. Der Film ist wirklich gut, aber nach Baahubali war ich nicht mehr sehr aufnahmefähig und fand Spoor deswegen etwas lange. Trotzdem: Guter Film.

Dann noch ein Kurzteaser für einen sehr guten aber sehr schlimmen Schweizer Kurzfilm, nur damit ich in fünf Jahren schauen kann, was der Filmemacher sonst noch so gemacht hat:

Und jetzt meld ich mich wieder ab. Bis in fünf Jahren, wenn ich bis dahin mein Passwort nicht wieder vergesse.

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Liebe Eltern, Grosseltern und Medien

Heute Morgen bin ich sehr genervt aufgestanden. Das hilft, um schnell wach zu werden. Der Grund meines Genervtseins war ein Radiobeitrag. Ich benutze seit ich klein bin einen Radiowecker, der seit einigen Jahren nun keine Kackpopmusik mehr spielt, sondern mich mit den Nachrichten und oft auch gesellschaftlichen Diskussionen weckt. Und heute Morgen ging es um Videospiele. Und nicht etwa um die ewige Frage, ob Videospiele für Kinder geeignet sind oder ob Videospiele Gewalt fördern – diesmal ging es um eine neue Studie, die aufzeigt, dass Videospiele kognitive Fähigkeiten fördern. Der betroffene Forscher war natürlich sehr vorsichtig und wägte seine Worte, um zu präzisieren, dass es sich um Actionspiele handle und dass „kognitive Fähigkeiten“ ein sehr breiter Begriff sei. Trotzdem habe er und viele andere Forscher seit mehreren Jahren festgestellt, dass Actionspiele nützlich für allerlei Gehirnsachen sei.

Soweit so gut. In der Opposition befand sich aber ein Rektor und ein Kinderpsychiater, die zwar die Studien keineswegs verneinen wollten, aber doch aus ihrem Standpunkt als Kinderpsychiater und Rektor argumentierten, dass gewalttätige Spiele für Kinder nichts Gutes sei.

Merkt man schon, worauf ich rauswill?

Natürlich riefen dann besorgte Grosmamis an und aufgerührte Kindergärtner spammten den Twitterfeed des Radios voll: Die heutigen Kinder spielen nicht mehr draussen, Skandal! Die heutigen Kinder haben immer eine Maschine zwischen sich und ihren Gspändlis, Haaresträubend! Die Kinder seien asozial, Empörend! Und das alles wegen diesen gewaltverherrlichenden Videospielen!

Und der Forscher in der ganzen Sache fing an zu stammeln. Natürlich seien Gewaltgames nicht so gut für Kinder. Aber gewisse Games helfen doch auch, soziale Fähigkeiten zu gewinnen, indem mit anderen Spielern oder mit den Figuren interagiert werde. Worauf der Kinderpsychiater einwarf, dass die Kinder, mit denen er arbeite, oft nach Spielen wie Grand Theft Auto oder Call of Duty süchtig seien. Der Moderator: Ja, ja, nix lernen. Die Grosmamis: Genau, böse Spiele.

Die ursprüngliche gute Nachricht, dass Actiongames gewisse kognitive Fähigkeiten verbessern, ging vergessen.

Deswegen bin ich so genervt aufgestanden:

1. Videospiele werden alle in einen Sack gesteckt. Alle Videospiele sind Call of Duty und Grand Theft Auto.

2. Es wird von Anfang an das Wohlbefinden der Kinder hineingezogen, auch wenn Kinder nichts mit der Studie zu tun hatten. Es ging um Actiongames und ihre Auswirkungen auf das menschliche Gehirn. Ja, auch Kinder haben ein Gehirn. Ja, auch Kinder spielen Games. Aber Erwachsene genauso.

3. Anstatt sich auf die Ursprungsfrage zu konzentrieren, wird ein Abschweifen vom Thema durch den Radiomoderator sogar veranlasst, indem Erziehungskräfte eingeladen werden. Die Argumente, Sorgen und Erfahrungen von Rektorinnen, Schulpsychologen und Lehrer sind sehr interessant und oft im Bezug mit Games sogar positiv. Aber anstatt sie zu fragen, wie sie Spiele im Unterricht einsetzen oder wie sie Games im Bezug zu den schulischen Fähigkeiten Ihrer Schüler erleben, werden sie aufgefordert nur im Zusammenhang zu Ausnahmefällen (süchtige Kinder, überforderte Eltern, gewalttätige Reaktionen) Stellung zu nehmen.

Liebe Medien,
Ich weiss, dass hetzerische und skandalträchtige Überschriften euch mehr Likes und Shares auf Facebook geben. Ich weiss schon, dass ihr nur deswegen unter dem Übertitel „Machen Games unsere Kinder gescheiter?“ ein Bild eines bewaffneten Soldaten aus Call of Duty gesetzt habt. Es ist trotzdem scheisse, weil sich dann die Grosmamis und Eltern aufregen und sich nicht auf die Rechercheresultate des Wissenschaftlers konzentrieren, sondern euch entzürnt anrufen. Und bitte, setzt doch wenigstens auf eurer Webseite einen Link zu irgendetwas, wo man sich zum Thema informieren kann.

Liebe Eltern,
Wenn in der Zeitung steht, dass der Kinofilm Gone Girl „Freigegeben ab 16“ ist oder auf der DVD für Saw 6 fett „ab 18“ steht, dann werden diese Filme dem 12jährigen Sohn nicht gezeigt. Wieso kauft ihr ihm dann Far Cry 4 und GTA V, wenn auf deren Verpackungen genau dasselbe steht? Händler in der Schweiz „dürfen nur Spiele verkaufen, die über eine PEGI-Auszeichnung verfügen, müssen Alterskontrollen an den Kassen sicherstellen und Werbung von 16+/18+ Produkten einschränken. Wird die Alterskontrolle beim Verkauf nicht sichergestellt, sieht der Kodex Sanktionen vor, die bis zum Lieferboykott gehen können“ (Quelle).
Können wir das ein für allemal klar stellen und aufhören bei jedem Medienbeitrag über Videospiele zu debattieren, ob Spiele ab 18 für Kinder geeignet sind? Nein, sie sind es nicht. Deswegen sind sie ab 18. Punkt.
Ach und bitte beklagt euch nicht, dass euer Kind nächtelang gamed gamt Videospiele spielt. Das ist nicht unser Problem.

Liebes Grosmami,
Ja, die heutige Jugend gleicht nicht deiner Jugend. Heute gibt es Smartphones und Tablets. Heute gibt es das Internet. Das gab es alles nicht, als du 12 warst. Ich verstehe das. Dir wird oft das Argument präsentiert, dass der Buchdruck zuerst auch verteufelt wurde – aber Lesen findest du doch jetzt auch etwas tolles, oder? Natürlich gibst du deinem Enkelkind nicht 50 Shades of Grey auf Weihnachten (doch, ich weiss, dass du es kennst, schau nicht so unschuldig. Du gehörst genau zum Zielpublikum). Mit diesen neuen Medien ist es ähnlich. Und dass sie zur heutigen Welt gehören, ist nun einmal so. Aber wenn du es so unverständlich findest, dass deine Enkelkinder nicht mehr miteinander sprechen, sondern nur auf ihre Maschinen schauen, dann frag sie doch, dass sie es dir erklären. Probier es doch mal selber aus.

Können wir jetzt zurück zu diesen interessanten Forschungsresultate kommen und aufhören, aktuelle Erziehungsprobleme zu debattieren?

 

Übrigens habe ich beim Schreiben entdeckt, dass auf IMDB unter „Parents Guide“ sehr detailliert Elemente und Filmpassagen aufgezählt werden, die nicht unbedingt kindgerecht sind. So kann sich der Elternteil selber ein Bild vom Film machen, wenn er oder sie der Einstufung der Kommission zum Jugendschutz im Film nicht vertraut. Hier zum Beispiel zu Gone Girl (Achtung Spoiler).
Und hier noch ein paar Links zu diversen Studien zum Thema.

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Kultur_roundup

Woah, mann, war ich lange nicht mehr auf dem Internet. Ich meine ja, nein, natürlich bin ich ständig online, so zwischen Feedreader und Facebook, Google-Suchen und Mails. Aber ich teile seit einem Weilchen nichts mehr auf keine meiner drei vier Blogs. Und zwar ganz einfach, weil ich so viel zu viel zu tun hatte. Ich leite ein Kurzfilmfestival (wobei dies fast schon im Präteritum stehen müsste) und das frisst einem die Zeit. So vor dem Schlafengehen noch kurz die Mails anschauen, und morgens als erstes die Mails anschauen, und während dem Lernen für die Uni (ach who am I kidding, das hab ich seit way too long nicht mehr gemacht) die Mails anschauen. Viel Mails anschauen in den letzten Monaten.

So. Jetzt aber Schluss. Jetzt wird geschrieben. Und zwar mein Mémoire (nicht zu verwechseln mit les Mémoires, die Memoiren) und Blogeinträge und Uniarbeiten. Für ersteres habe ich zwar immer noch kein Thema, zweiteres bin ich ja jetzt daran, und dritteres soll von Sirenen und Nixen, Undinen und Wasserfrauen sprechen – sowie diverse Übersetzungsarbeiten, die zum Teil ebenfalls zu definieren sind. Und mich zum Teil völlig aus dem Häuschen sein lassen, aber darüber ein anderes Mal mehr.

Vielleicht ein kurzes Kultur_roundup (war ein Tippfehler, aber sieht doch hübsch aus?), weil ich das lange nicht mehr gemacht habe, und ich dies einfach auch am Liebsten mache? Podcastwise (ich muss lernen, wieder Deutsch zu schreiben) kann ich nach Radiolab nun Hello Internet stärkstens empfehlen. CGP Grey (ja, der von den Videos) spricht mit Brady (ja, auch der von den Videos) über Internetdinge. Und es ist erstaunlich interessant anzuhören.

Dann. Ich hab jetzt ein Kindle, dank dem besten Menschen, und es ist angenehmer darauf zu lesen, als ich es dachte. Vor allem lese ich schneller als mit einem „richtigen“ Buch. Ich war ja schon seit den Humble Bundles grosser Bundle-fan (zur Erklärung: Man zahlt was man möchte und kriegt dafür ein „Körbchen“ voller Etwassen, sei das Spielen, Bücher, Musik,…) und jetzt habe ich mir von Story Bundle das Steampunk Bundle heruntergeladen. Als erster habe ich The Machine God von MeiLin Miranda fertiggelesen – und ich freue mich, dass noch drei weitere Bücher in derselben Welt auf mich warten! Das Buch wurde gekickstarted (soviel zu Deutsch lernen) und gehört zu den Drifting Isle Chronicles, das wiederum aus weiteren gekickstarteten Büchern besteht. All diese Geschichten spielen in derselben Welt, wurden aber von verschiedenen Autoren geschrieben. Ein interessantes Konzept, und ich bin gespannt, ob die weiteren Bücher genauso kurzatmig und packend sind, wie das Erste.

Und dann noch gamingwise (Ja, ich komm trotz vielem Arbeiten zu meinen Hobbies, blogging apart) kann ich Shadowrun Returns und sein DLC Dragonfall sehr, sehr, sehr empfehlen. Ich habe Entzugserscheinungen. Ich kannte das Universum überhaupt nicht, obwohl es allen Anscheins nach schon etwas älter ist (genauso alt wie ich, und für ein Spiel ist das doch recht alt). Es ist turn-based, was mich als reflexloses Dingens sehr freut, da kann ich immer schön lange überlegen, wen ich von welcher Seite aus angreifen möchte. Ausserdem hat es mir diese Welt einfach angetan: Cyberpunk, mit Fantasyelementen. Futuristisch, aber doch romantisch. Dreckig und urban, aber mit wunderbaren Illustrationen und Grafiken. Ich meine, schaut euch diese Charakterdesigns an!

Shadowrun Returns

Und das Beste: Auch wenn man das Spiel durchhat, kann man dank einer sehr aktiven Fanbase im Steamworkshop weitere (fanmade) Abenteuer durchspielen. So. Und jetzt wird weitergearbeitet.

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Feedreader, die Zweite

The Old Reader ist zwar immer noch schön und gut, aber mit meinen 120+ Feeds müsste ich zu Premium wechseln. Somit hab ich kurzerhand gegoogelt, was es sonst noch so seit der Google Reader-Krise auf dem free-and-awesome-Markt der Feedreader gibt, und bin nach einem zweiten Versuch mit Feedly (die Android App zeigt immer noch gewisse Posts doppelt oder gar nicht an!) und einem sehr kurzen aller-retour auf Bloglovin (Hübsch, aber weder Pocket-Integration noch Offline-Lesemöglichkeit) nun auf InoReader gestossen. Und ich hab noch keinen einzigen Nachteil gefunden. Sogar die App macht alles, was ich von ihr verlange. Und mehr. Und das mehr, welches ich nicht brauche, lässt sich abschalten. Und Werbung gibts auch keine, obwohl es eine Premium-Version gäbe. Und Pocket ist auch mit InoReader befreundet – hab ich schon erwähnt, wie toll ich Pocket finde? Pocket finde ich toll. Dadrauf lese ich Artikel im Zug, wenn ich mal nicht Radiolab höre. Radiolab finde ich nämlich auch toll. Ach, sogar übermegasupertoll. Die machen wunderbare Podcasts auf Englisch, zu allerlei Themen und die sind So. Gut. Geschnitten! (Ja, ich bin ein Schnitt-Nerd.)

Und so nebenbei bin ich immer noch an der Uni, analysiere Märchenübersetzungen und feministische Monster in amerikanischen Filmen und bin auch hiermit glücklich. Friede, Freude, Crèpes (wenn schon ich schon an Übersetzungen arbeite…). Das war jetzt aber ein positiver Post.

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Feedreader

Google Reader verschwindet bald. Nach meiner ersten („!!!“) und zweiten („…ach was, Juli! Bis dann wird es bestimmt neue Alternativen geben“) Reaktion ist es nun doch langsam Zeit sich umzuschauen und einen neuen Feedreader zu suchen. Ich lese „meine“ Blogs am liebsten vor dem Schlafengehen auf meinem Android und am Morgen am Frühstückstisch auf meinem Laptop (hässliches Wort das). Drum brauch ich eine Alternative, die vom einen zum andern synchronisieren kann, oder die webbasiert ist, und trotzdem auf Android lesbar bleibt. Und ich muss die Artikel als „ungelesen“ markieren können, da ich vieles gerne später lese. Und bevor ich jetzt meine ultimative Liste starte musst du noisnoise.com deinem Feedreader hinzufügen (Because No is Noise, is good Music, yes) und alle Soundclouds laut abspielen.

Feedly
Auf allen Blogs stand vor zwei Monaten, dass Feedly uns alle retten würde. Ich muss zugeben, dass Feedly sehr hübsch ist. Es kann per Add-on im Browser oder per App gelesen werden und lässt einen auch schön alle Feeds direkt aus Google importieren. Ich war ganz Feuer und Flamme, wie auch der Rest der Welt es zu sein schien, bis die Android-App plötzlich gewisse Artikel dreimal hintereinander zeigte und andere wieder einfach als gelesen markierte, obwohl ich sie nie geöffnet hatte. Eine kurze Googlesuche ergab… nichts, ausser, dass Feedly bald ein Altar errichtet würde, mit Opfergaben für jede heruntergeladene App. Dann halt nicht Feedly.

gReader
Voller Hoffnung hab ich dann gReader im Appstore (sorry, im Google Play) runtergeladen, weil da stand, dass sie Google trotzen würden, und auch nach dem 1. Juli weiterbestehen würden. Irgendwie. Aber sie wissen halt auch noch nicht genau wie. Wahrscheinlich dank Synchronisierung mit Feedly… Äh ja. Die App funktioniert gut, manchmal taucht ein Werbebanner auf, und dann nerv ich mich wieder und suche eine andere App.

NewsBlur, Bazqux, Netvibes…
Alle irgendwie schön und gut, aber solange es völlig kostenlose Alternativen gibt, und mich die bezahlten nicht völlig vom Socker hauen werde ich mich weiter umschauen.

Curata Reader
Honestly nicht schlecht. Sieht wirklich hübsch aus, trotz oder eben dank sehr simplem Design und anscheinend reagieren sie auch recht auf Feedback. Müsste man im Auge behalten, da mir momentan einige Kleinigkeiten fehlen, wie zB. Artikel als ungelesen markieren zu können oder per Shortcuts navigieren zu können.

SwarmIQ
Vom Prinzip her nicht schlecht: Alles Nützliche ist da, das Importieren geht gut und schnell, es bestehen dieselben Shortcuts wie im Google Reader (u.a. „J“ und „K“ zum Navigieren)… und doch passt sich das Fenster absolut nicht auf meinen Bildschirm an. Es ist ein Detail, aber mir verleidet’s so einen Artikel zu lesen, wenn ich ständig hin- und herscrollen muss. Ausserdem steht nirgends etwas von FAQ oder wie man seinen Account löschen kann, was dann für mich aussieht, als hätte ich ihnen einfach meine Googledaten auf einem Silbertablett geliefert, ohne dass ich mich wieder rausschleichen kann.

The Old Reader
Mein jetziger Favorit. Eine App gibt’s zwar noch nicht, aber daran wird anscheinend gearbeitet. Und inzwischen sieht’s im Android Browser ganz passabel aus. Das Design ist ok, nicht viel Schnickschnack und übersichtlich. Die Shortcuts sind dieselben wie bei Google, und was mich vor allem überzeugt hat: Die Artikel können ganz einfach in Pocket integriert werden, meiner absoluten Lieblingsapp. So brauchts auch keine Offlinefunktion und es macht die fehlende App auch grad weniger schlimm. Und Soundcloud-Widgets sind sichtbar, nicht wie im Google Reader – drum gibt’s jetzt was vom ersten Kill Bill-Soundtrack, weil Tarantinos Musikwahl immer geht (obwohl der Gesang jetzt diskutierbar ist, aber funky guitar!):

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Filmmarathon

Ich hab ja jetzt schon lange keine Filme mehr kommentiert und geh trotzdem im Durchschnitt einen Film pro Woche schauen, also ist es Zeit mal wieder Senf zu reden. Wir haben gestern einen richtigen kleinen Marathon gemacht und waren gestern drei verschiedene Filme schauen, einen schweizerischen, einen englischen und einen französischen. Der erste war erstaunlich gut, dafür dass er aus der Schweiz kommt, aber dann doch wieder nicht sooo gut, vor allem im Vergleich zu anderen Filmen: Win Win (kommt an dritter Stelle auf imdb, erstaunlicherweise, hrm.) Ist halt lustig, weil bekannte Gesichter/Orte vorkommen, vor allem wenn man in der Romandie lebt.

Ich hatte relativ tiefe Erwartungen an den zweiten Film, und er war dann erstaunlich gut. Ja gut, „gut“, in Anführungs- und Schlusszeichen. I Give It A Year, englische Komödie mit englischen Schauspielern plus Herr „Plastikface“ Mentalist. Der Film wäre eine echte romantisch-langweilige Schnulze wäre da nicht Stephen Merchant, der völlig obszöne und deplazierte Bemerkungen macht, während sich alle anderen Figuren über die Liebe, die Ehe und die Nicht-Liebe in der Ehe Gedanken machen. Uuuund ich wollte euch jetzt ein wunderschönes Video einbinden, so für Interaktivität and stuff (wobei ein Video ja gar nicht interaktiv ist), aber die Szene die mich zum Lachheulen brachte gibt es nicht auf Youtube, deshalb gibts jetzt einen Ausschnitt Wheatley in Portal 2, dem Stephen Merchant seine Stimme gibt:

Und jetzt geht alle Portal spielen, falls ihr es noch nicht gemacht habt.
Der dritte Film war L’écume des jours, von Michel Gondry. Ich liebe Gondrys Filme, und L’écume des jours hat mir ganz gut gefallen, trotz schlechter Benotung auf imdb. Ich hatte das Buch zwar nicht gelesen (zu meiner Schande wusste ich gar nicht, dass das ein Buch war) und jetzt will ich es lesen, weil es anscheinend völlig surrealistisch und wunderschön ist. Kein Wunder, wenn man den Film ansieht.
Als nächstes kommt wahrscheinlich The Great Gatsby dran, den ich gerade lese.

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