erlebt, kulturkritik, lebensbericht, motzgurke

Liebe Eltern, Grosseltern und Medien

Heute Morgen bin ich sehr genervt aufgestanden. Das hilft, um schnell wach zu werden. Der Grund meines Genervtseins war ein Radiobeitrag. Ich benutze seit ich klein bin einen Radiowecker, der seit einigen Jahren nun keine Kackpopmusik mehr spielt, sondern mich mit den Nachrichten und oft auch gesellschaftlichen Diskussionen weckt. Und heute Morgen ging es um Videospiele. Und nicht etwa um die ewige Frage, ob Videospiele für Kinder geeignet sind oder ob Videospiele Gewalt fördern – diesmal ging es um eine neue Studie, die aufzeigt, dass Videospiele kognitive Fähigkeiten fördern. Der betroffene Forscher war natürlich sehr vorsichtig und wägte seine Worte, um zu präzisieren, dass es sich um Actionspiele handle und dass „kognitive Fähigkeiten“ ein sehr breiter Begriff sei. Trotzdem habe er und viele andere Forscher seit mehreren Jahren festgestellt, dass Actionspiele nützlich für allerlei Gehirnsachen sei.

Soweit so gut. In der Opposition befand sich aber ein Rektor und ein Kinderpsychiater, die zwar die Studien keineswegs verneinen wollten, aber doch aus ihrem Standpunkt als Kinderpsychiater und Rektor argumentierten, dass gewalttätige Spiele für Kinder nichts Gutes sei.

Merkt man schon, worauf ich rauswill?

Natürlich riefen dann besorgte Grosmamis an und aufgerührte Kindergärtner spammten den Twitterfeed des Radios voll: Die heutigen Kinder spielen nicht mehr draussen, Skandal! Die heutigen Kinder haben immer eine Maschine zwischen sich und ihren Gspändlis, Haaresträubend! Die Kinder seien asozial, Empörend! Und das alles wegen diesen gewaltverherrlichenden Videospielen!

Und der Forscher in der ganzen Sache fing an zu stammeln. Natürlich seien Gewaltgames nicht so gut für Kinder. Aber gewisse Games helfen doch auch, soziale Fähigkeiten zu gewinnen, indem mit anderen Spielern oder mit den Figuren interagiert werde. Worauf der Kinderpsychiater einwarf, dass die Kinder, mit denen er arbeite, oft nach Spielen wie Grand Theft Auto oder Call of Duty süchtig seien. Der Moderator: Ja, ja, nix lernen. Die Grosmamis: Genau, böse Spiele.

Die ursprüngliche gute Nachricht, dass Actiongames gewisse kognitive Fähigkeiten verbessern, ging vergessen.

Deswegen bin ich so genervt aufgestanden:

1. Videospiele werden alle in einen Sack gesteckt. Alle Videospiele sind Call of Duty und Grand Theft Auto.

2. Es wird von Anfang an das Wohlbefinden der Kinder hineingezogen, auch wenn Kinder nichts mit der Studie zu tun hatten. Es ging um Actiongames und ihre Auswirkungen auf das menschliche Gehirn. Ja, auch Kinder haben ein Gehirn. Ja, auch Kinder spielen Games. Aber Erwachsene genauso.

3. Anstatt sich auf die Ursprungsfrage zu konzentrieren, wird ein Abschweifen vom Thema durch den Radiomoderator sogar veranlasst, indem Erziehungskräfte eingeladen werden. Die Argumente, Sorgen und Erfahrungen von Rektorinnen, Schulpsychologen und Lehrer sind sehr interessant und oft im Bezug mit Games sogar positiv. Aber anstatt sie zu fragen, wie sie Spiele im Unterricht einsetzen oder wie sie Games im Bezug zu den schulischen Fähigkeiten Ihrer Schüler erleben, werden sie aufgefordert nur im Zusammenhang zu Ausnahmefällen (süchtige Kinder, überforderte Eltern, gewalttätige Reaktionen) Stellung zu nehmen.

Liebe Medien,
Ich weiss, dass hetzerische und skandalträchtige Überschriften euch mehr Likes und Shares auf Facebook geben. Ich weiss schon, dass ihr nur deswegen unter dem Übertitel „Machen Games unsere Kinder gescheiter?“ ein Bild eines bewaffneten Soldaten aus Call of Duty gesetzt habt. Es ist trotzdem scheisse, weil sich dann die Grosmamis und Eltern aufregen und sich nicht auf die Rechercheresultate des Wissenschaftlers konzentrieren, sondern euch entzürnt anrufen. Und bitte, setzt doch wenigstens auf eurer Webseite einen Link zu irgendetwas, wo man sich zum Thema informieren kann.

Liebe Eltern,
Wenn in der Zeitung steht, dass der Kinofilm Gone Girl „Freigegeben ab 16“ ist oder auf der DVD für Saw 6 fett „ab 18“ steht, dann werden diese Filme dem 12jährigen Sohn nicht gezeigt. Wieso kauft ihr ihm dann Far Cry 4 und GTA V, wenn auf deren Verpackungen genau dasselbe steht? Händler in der Schweiz „dürfen nur Spiele verkaufen, die über eine PEGI-Auszeichnung verfügen, müssen Alterskontrollen an den Kassen sicherstellen und Werbung von 16+/18+ Produkten einschränken. Wird die Alterskontrolle beim Verkauf nicht sichergestellt, sieht der Kodex Sanktionen vor, die bis zum Lieferboykott gehen können“ (Quelle).
Können wir das ein für allemal klar stellen und aufhören bei jedem Medienbeitrag über Videospiele zu debattieren, ob Spiele ab 18 für Kinder geeignet sind? Nein, sie sind es nicht. Deswegen sind sie ab 18. Punkt.
Ach und bitte beklagt euch nicht, dass euer Kind nächtelang gamed gamt Videospiele spielt. Das ist nicht unser Problem.

Liebes Grosmami,
Ja, die heutige Jugend gleicht nicht deiner Jugend. Heute gibt es Smartphones und Tablets. Heute gibt es das Internet. Das gab es alles nicht, als du 12 warst. Ich verstehe das. Dir wird oft das Argument präsentiert, dass der Buchdruck zuerst auch verteufelt wurde – aber Lesen findest du doch jetzt auch etwas tolles, oder? Natürlich gibst du deinem Enkelkind nicht 50 Shades of Grey auf Weihnachten (doch, ich weiss, dass du es kennst, schau nicht so unschuldig. Du gehörst genau zum Zielpublikum). Mit diesen neuen Medien ist es ähnlich. Und dass sie zur heutigen Welt gehören, ist nun einmal so. Aber wenn du es so unverständlich findest, dass deine Enkelkinder nicht mehr miteinander sprechen, sondern nur auf ihre Maschinen schauen, dann frag sie doch, dass sie es dir erklären. Probier es doch mal selber aus.

Können wir jetzt zurück zu diesen interessanten Forschungsresultate kommen und aufhören, aktuelle Erziehungsprobleme zu debattieren?

 

Übrigens habe ich beim Schreiben entdeckt, dass auf IMDB unter „Parents Guide“ sehr detailliert Elemente und Filmpassagen aufgezählt werden, die nicht unbedingt kindgerecht sind. So kann sich der Elternteil selber ein Bild vom Film machen, wenn er oder sie der Einstufung der Kommission zum Jugendschutz im Film nicht vertraut. Hier zum Beispiel zu Gone Girl (Achtung Spoiler).
Und hier noch ein paar Links zu diversen Studien zum Thema.

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Titel sind überbewertet

Ich dachte ich würde sterben. Der Wecker war losgegangen, 9 Uhr, Samstagmorgen. Ich lag im Bett, atmete aus dem Mund und öffnete meine Augen. Um sie danach gleich wieder zu schliessen. Kopf. Schmerz. Neben meinem Bett, am Boden, huschte Marie aus meinem Schlafsack in ihre Kleider, fragte mich zweimal, ob ich einen Tee wolle. Zweimal hab ich versucht irgendwas zu sagen. Meine Stimme. Weg. Im Suff verloren. Freitagabend war nur wenige Stunden entfernt, und ich meinem Tod umso näher. Dachte ich.

Marie ist weg, sie musste nach Hause. Ich bin zu Hause. Raffe mich auf. Alles dreht sich. Mein Kopf steht einer nuklearen Explosion nahe, zehn, neun, acht. Ich schaffe es zum Wasserhahn, ein Glas Wasser wird mich retten. Sieben, sechs, fünf. Ich kann noch immer nicht atmen. Trinken und nicht atmen können. Versuch das mal. Vier, drei, zwei. Ich setze mich, mein Kopf explodiert doch nicht. Aber mein Hals. Bei jedem verdammten Schluck explodiert er ein bisschen mehr, bis ich einen Hustenanfall kriege und krepiere.

Leute, eine Erkältung und ein Kater gleichzeitig – das ist wie Marzipan und Senf. Man denkt zuerst, dass es bestimmt nicht so schlimm ist (ich zumindest) und dann… keine Ahnung, ich hab noch nie Marzipan zusammen mit Senf gegessen.  Jedenfalls: Erkältung und Kater. Das ist wie Sterben. Langsames Verrecken. Keine Luft kriegen und gleichzeitig ein Drehen im Kopf. Und meine Stimme ist irgendwo in der Vergangenheit liegengeblieben. Zwischen dem Guacamole und diesem verfluchten Whiskey. Dabei dachte ich, schon leicht angetrunken: Ach Whiskey, das desinfiziert doch!

…klar doch. Genauso wie Marzipan mit Senf. Jetzt heile ich mich mit Musik.

(Weiss jemand, ob man irgendwo ein muxtape-mässiges Mixtape machen kann, dass sich einbinden lässt? So zwecks Best-Of-2010-Playlists. Oder zukünftigen Katerplaylists.)

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Rant

Fast zwei Monate lang kein Lebenszeichen von mir gegeben, ich werde immer besser. Und in drei Monaten werde ich schon seit zwei Jahren der dunklen Seite angehören. Facebook ist immer noch böse.

/rant mode on/ Ich verplempere meine Zeit dumm und dämlich mit Seiten aktualisieren und random people anklicken. Ausserdem werde ich noch mehr zum Stalker als ich es eh nur schon mit Google war. Wenns schneit muss ich nicht mal rausschauen, weil ich weiss, dass alle Welt’s Status darüber berichten wird. Wenn Schweizer Bürger Schäfchen spielen werden tausende von Gruppen gegründet, die sich schämen. (Um dazu noch meinen Senf zu geben: Ich gebe ja aus Prinzip schon mal auf Facebook nicht an, dass ich in einer schwierigen Beziehung bin und dem Spagetthimonster huldige. Geschweige denn, welche politische Einstellung ich vertrete. Weil es nämlich niemanden angeht. Also werde ich nur schon deswegen nicht einer Schämi-Gruppe beitreten. Ausserdem stellt das einen verfluchten Gruppendruck auf: Du bist automatisch der Dumme, der Rassist, der Bünzlischwiizer, wenn du nicht unserer Schämi-Gruppe beitrittst. Soviel dazu. Ansonsten bin ich auch sehr enttäuscht vom heutigen Resultat, nuff said.) /rant mode off/

Äh ja. Ansonsten: Es schneit! Und noch ein Musiktipp, weil ich momentan auf dem Swing-Electro-Gypsie-Jazz-Funk-Trip bin: Caravan Palace, eine französische Band, tanzbar und gute Laune einflössend! (Und hat irgendwie was Steampunkiges, oder meine ich das nur?)

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Fragen, Randomness und Broccoli

Wie kommt es, dass an jenen Tagen an denen ich mich nicht umziehe, immer jemand an der Tür klingeln muss? Und immer, wenn ich mich morgens entschliesse: jaaa, heute ist zwar Sonntag, ich geh nicht aus dem Haus, aber let’s anzieh – da will keiner was von mir.  Spüren meine Nachbarn das? Haben die einen Oh-Nachbarin-ist-im-Pijama-let’s-türklingel-weil-wir-uns-langweilen-Melder?

Und wieso hör ich tagsüber nie was – und abends, wenn ich mich ins Bett lege fährt das Badezimmerlüftungsbrummen extra länger weiter und beginnt das Kühlschranksummen doppelt so laut?

Ich beschwere mich nicht, ich stelle nur fest. Logisch, ich weiss, wenn ich im Bett liege und ruhig bin, nehm ich die Umwelt besser lauter wahr. Ich wollte ja nur Brummen und Summen im selben Satz brauchen.

Aber: Warum sind die typischen Kinosnacks so auffällig? Ob Popcorn, Chips oder M&M’s: Es knackt und cruncht und man kriegt kaum was vom Dialog auf der Leinwand mit. Schokobananen, Zuckerwatte und … (ich brauch was Salziges, das nicht ..lärmt beim Essen (…und jetzt stell ich mir Lärmendes Essen vor. Yelling Food. Nice.)) Broccoli würden es doch auch tun? Nein.

Random-post of the week, weil ich es euch schuldig war. Für mehr Randomness: britanick.com, die Jungs die ich heiraten werde, sobald Polygamie erlaubt wird. Mmh, Schokobananen.

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Laberei

(Iuuk, Laberei wird „verbal diarrhea“ übersetzt. Und ich dachte schon, ich hätt ein Wort erfunden, dabei gibts davon sogar eine Übersetzung.)

Heute stand ich sehr verwirrt vor meiner Mikrowelle. Nicht wegen der Mikrowelle an sich, die verwirrt mich nicht unbedingt. Naja, die verschiedenen Funktionen der Mikrowelle vielleicht schon, Grillen und Auftauen und so. Aber die Mikrowelle an sich nicht. Die ist nett. Sie hat zwar eine sehr penetrante Stimme und ruft mich auch tausendmal, bis ich auf sie aufmerksam werde, aber sonst ist sie nett. (Ich erzähle gerade, dass meine Mikrowelle nett ist..) Worauf ich rauswollte: Ich stand also ganz verwirrt vor ihr, weil sie mir anzeigte, es sei 15h. Und gerade vorhin war noch 13:50h. Das wusste ich ganz bestimmt, weil ich dann nämlich eine Californication Folge angefangen hatte. Und deswegen wusste, dass mir ja dann noch genug Zeit bleibe, um nachher an meinem Walther-Reinmar-Fehde-Kurzvortrag zu arbeiten. Und jetzt war es plötzlich 15h. Deswegen war ich verwirrt. Inzwischen hab ich geschnallt, dass wir ab heute Winterzeit haben. Und freu mich über die zusätzliche Stunde, damit ich sie verplempern kann. Yayippiejuhu und so.

So. Das nennt man labern. Mache ich oft, wenn ich nicht weiss, was ich sagen soll.

Und in letzter Zeit weiss ich echt nicht, was ich hier sagen soll. Einerseits möchte ich persönliches erzählen und andrerseits will ich nicht, dass es hier zu persönlich wird. Aber auch nicht zu banal. (Man denke an Mikrowellen.) Jedenfalls macht es das verflucht kompliziert. Finde ich manchmal. Und drum erzähl ich so wenig, und wenn, dann labere ich. (Achtung, wir sind gerade mitten in einer Midblogcrisis, jetzt kommen fundamentale Fragen wie „Was will ich hier überhaupt?“ und „Lohnt es sich zu bloggen?“ (Ja! Was für ne’Frage. Die streichen wir gleich wieder.))

Ich hätt ja tausend ein paar Ideen für Blogprojekte, aber anfangen würde ich mit einem radikalen Tapetenwechsel. Dieses Kotzgrün und düstere Grau nervt mich. Ich möchte was verspielteres, keine geraden Linien, aber trotzdem was leichtes, luftiges, lesbares. Ich möchte tausend Unterkategorien, aber dass es trotzdem übersichtlich bleibt.
Dann wären regelmässige Irgendwasse super. Monatliche Möchtegernfilmkritiken oder Allzweiwöchige Einfach-zu-verhauende-Rezepte. Aktuelle Dos and Don’ts, Likes and Dislikes. Nur mit dem regelmässig werd ich es nie schaffen. Und diese Art von Kategorien gibt es eigentlich eh schon zuhauf auf anderen Blogs.

Äähm. Ja. Eben. Eigentlich müsste man jetzt einfach damit beginnen. Ich. Nicht man. Ich schau gleich mal, was sich machen lässt, auch wenn ich dann einen Monat lang nichts mehr erzähle. Oder labere.

EDIT: Tadaaaaaa! (Ihr müsst auf den Blog kommen. Ätsch.)

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Ausgang

Wobei es sich hier auf de Uusgang und nicht auf the exit bezieht.

(Hab gerade ein Dokument namens „Blogbares“ in den Unweiten eines meiner Ordner gefunden, mit diesem immer noch sehr stimmigen Text – und ich werd das Gefühl nicht los, diesen Text schon mal geblogt zu haben. Was nicht sein kann, denn dann hätte ich den Text wiedergefunden auf dem Blog. Ahaaa.)

Zum Glück muss ich für die nächsten soirées nicht allzu weit – meine lieben Erasmusnachbarn haben mich eingeladen (Mexico-Abend!). Eine Haustüre weiter sollte ich es schon noch schaffen.
Aber manchmal frage ich mich ernsthaft, wie ich es von meinen nächtlichen Ausflügen in mein Bett geschafft habe. Nicht etwa weil meine Sinne zu benebelt wären… – oder eben doch deswegen.
Und zwar mein Orientierungssinn.
Ich geh immer mit meinem Fahrrad aus. (Klingt zwar komisch. Aber ich meine es ja auch nicht so wie man es missverstehen kann.) Bis jetzt habe ich noch immer nach Hause gefunden. Aber ich übersehe Strassen oder unterschätze Strecken. Ich fahre fünfmal am selben Haus vorbei, ohne es zu bemerken, oder meine, mich vollends verirrt zu haben, obwohl ich eigentlich total auf dem richtigen Weg bin. Und dann verirre ich mich erst recht, weil ich kehrt mache um einen anderen, „richtigen“ Weg zu finden. Auf beleuchteten Strassen ist das ja kein Problem. Klar, verirren kann ich mich trotzdem (das kann ich nämlich überall). Interessant, wie Strecken und Umgebungen beim Einfallen der Nacht plötzlich ganz anders aussehen. Am lustigsten sind unbeleuchtete Waldpfade. Am liebsten solche, die endlos scheinen. War der bei der Hinfahrt wirklich so lange? Habe ich nicht etwa vergessen abzubiegen? Das waren doch vor ein paar Stunden noch andere Bäume.. Und hopp, umkehren, zurück fahren, merken, dass es ja gar keine andere Alternative gibt und wieder auf dem selben Weg landen.
Logisch, dass ich mich dann verirre, wenn nichts mehr zu sehen ist.

Dieser Text endet hier. Und zur visuellen Auflockerung präsentiere ich hiermit ein aktuelles Bild der schon vorgestellten Kaktusse Yes We Can, C’est La Vie oder Ci Né Ma. Je nachdem. Jedenfalls ist der dritte, wie auch immer er genannt werden soll, zum Mutant.. äh.. mutiert. Eine Kaktuskrake. Übrigens wurde dieses Bild unter schmerzlichsten Umständen geschossen, am Boden kauernd mit einer Webcam eines Monitors ohne Bild. Drum sieht die Hand meines persönlichen Butlers so verkrüppelt aus, so please don’t pay attention to it, dankeschön.

gruen2

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Bla

MTV überträgt ein Festival aus Irland. Grade rocken die Kings of Leons meinen Fernseher, vorhin heulsuste James Morisson irgendwas. Irgendwas von Liebe wahrscheinlich, alles andere wär gar nicht heulsusbar genug, um es als Lied zu verpacken, dass sich dann auch verkaufen lässt. Ja, ich bin etwas zynisch aufgelegt. Eigentlich sollte ich ins Bett gehen. Aber bei dieser Art Stimmung lässt es sich immer so gut schreiben.
Mein Plan vor etwa zwei Monaten war es, diesen Sommer rund um die Uhr an der Sonne zu liegen, gute Bücher zu lesen und ab und zu mal einen Film zu schauen. Ausserdem wollte ich reisen. Ich wollte nach Berlin, nach Bruxelles, ein Trip nach Paris ist noch immer geplant. Rock en Seine. Alles andere ist eigentlich ins Wasser gefallen. Ich lag zwar einige Zeit an der Sonne die letzten Tage. Gute Bücher – naja. Ich probiers grad mit Oscar Wilde, so wegen Kulturlücke und so, aber auf Deutsch stimmts einfach nicht, und auf Englisch trau ichs mir nicht zu.
Ich überlege mir, einen Twitteraccount anzulegen. Nicht, weil ich es sinnvoll finde, sondern weil es mich irgendwie reizt. Ich glaube nicht, dass die Welt daran interessiert ist, was ich wann gerade mache, im Gegenteil. Ab und zu fallen mir Sätze ein, die es sich zwar nicht lohnt zu bloggen – aber auch nicht zu vergessen. Fuck, das klingt jetzt alles so verschissen dramatisch. Eigentlich will ich ja auch nur einen, um dabeizusein. Wie Facebook. Ist doch bei allem so, verdammt. Razorlight auf meinem Bildschirm. Der Schlagzeuger sieht aus, als müsse auch er seinen Frust irgendwie rauslassen. Ich kenn ja nur ihr America-Lied, und das geht mir so ziemlich auf den Sack den ich nicht habe.
Nächste Woche ziehe ich um. Ich verlasse meine geliebtgehasste WG um in ein kleines Studio zu ziehen. Darauf freue ich mich eigentlich. Und auf Paris freue ich mich auch. Blöderweise passiert beides am selben Wochenende. Darauf freue ich mich weniger. Jedenfalls: Anekdoten über Mitbewohner wirds also in Zukunft keine mehr geben. Vielleicht versuche ich mich ja dann an Tipps und Tricks fürs Alleineleben: „Kochen mit der protagonistin“ und „Putzen für Anfänger“. Wie spannend. So, ich glaube das war genug Frust und Zynismus für heute Abend. Ich geh dann mal bettwärts. Werbung für Amy Mcdonald. Dieses Album gehört definitiv in jede Stube. Ja, klar.
Ausschalten.

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